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EZB-Ratsmitglied fürchtet Märkte-Abkoppelung von Realwirtschaft

Archivmeldung vom 01.07.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.07.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Guenter Hamich / pixelio.de
Bild: Guenter Hamich / pixelio.de

Der finnische Notenbankchef Olli Rehn fürchtet, dass es in der aktuellen Krise zu Übertreibungen an den Finanzmärkten kommt. "Zu den außergewöhnlichen Erscheinungen in dieser Krise gehört die Abkoppelung der Märkte, vor allem des Aktienmarkts, von der Realwirtschaft", sagte das EZB-Ratsmitglied dem "Handelsblatt".

Schuld an dieser Entwicklung seien aber nicht die Notenbanken. Sie würden mit ihrer Geldpolitik nur einem Trend zu immer niedrigeren Zinsen folgen, diesen aber selbst nicht bestimmen. Auf seiner Sitzung im Juni hatte der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossen, das Anleihekaufprogramm in der Coronakrise, genannt PEPP, um 600 Milliarden Euro auf insgesamt 1,35 Billionen Euro auszuweiten.

Rehn stellte klar, dass sich die Käufe trotz aller Flexibilität am Kapitalschlüssel der EZB orientieren, der sich nach Bevölkerung und Wirtschaftskraft der Euro-Länder bemisst. Der Kapitalschlüssel bleibe im PEPP-Programm "der Anker, zu dem die Käufe letztlich konvergieren müssen". Der finnische Notenbankchef wandte sich gegen den Vorschlag, die EZB solle explizite Spannen für die langfristigen Renditen der Staatsanleihen der Euro-Länder anstreben. "Ich glaube nicht, dass es eine wissenschaftliche Methode gibt, nach der man das jeweils angemessene Renditeniveau festsetzen könnte."

Andere Notenbanken wie die Bank von Japan verfolgen eine Strategie zur Steuerung der Zinskurve, bei der sie nicht nur für die kurzfristigen Zinsen ein Ziel vorgeben, sondern auch für die langfristigen, berichtet die Zeitung. Hinsichtlich der Inflationsaussichten geht Rehn davon aus, dass sich die Corona-Pandemie kurz- und auch mittelfristig preisdämpfend auswirkt. "Darüber hinaus ist die Gefahr einer Deflation wieder aufgetreten." Man habe es mit einer Angebots- und einer Nachfragekrise zu tun, vor allem aber fehle die Nachfrage, was tendenziell die Preise drücke. Trotz dieser Aussichten müsse man auch die Risiken einer höheren Inflation beobachten. "Es gibt hier kein ewig wirkendes Zaubermittel." Wenn die Inflation irgendwann wieder anziehen sollte, werde die EZB reagieren, "da darf sich niemand etwas vormachen".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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