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Ökonom warnt vor "Weimarer Verhältnissen" durch EZB-Krisenpolitik

Archivmeldung vom 04.09.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.09.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Tony Hegewald / pixelio.de
Bild: Tony Hegewald / pixelio.de

Der Frankfurter Ökonom Thorsten Polleit fühlt sich angesichts der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) an die Krisenzeit der Weimarer Republik erinnert, als die Kaufkraft rasch schrumpfte und Hyperinflation herrschte. "Dass die EZB politisch von hochverschuldeten Staaten und Banken vereinnahmt ist, wird früher oder später das Vertrauen schwinden lassen, dass der Preisanstieg im Euro-Raum langfristig gezähmt bleibt", schreibt der Chefökonom der Degussa Goldhandel GmbH und Honorarprofessor an der Frankfurt School of Finance & Management in einem Gastbeitrag für "Handelsblatt-Online".

"Der EZB-Rat wird gedrängt und ist versucht, eine Geldvermehrungspolitik auf den Weg zu bringen, durch die die Verschuldeten der Zahlungsunfähigkeit entkommen können." Das sei auch das, "was zur monetären Katastrophe in der Weimarer Republik führte". Polleit warnte, dass das Ausweiten der Geldmenge eine Volkswirtschaft nicht reicher mache. Es komme vielmehr zu einer "nichtmarktkonformen Umverteilung" von Einkommen und Vermögen. "Diejenigen, die die neu geschaffene Geldmenge als erste in die Hände bekommen, sind die Begünstigten. Diejenigen, die sie erst später erhalten oder gar nichts von ihr abbekommen, sind die Benachteiligten", erläuterte der Ökonom. "Setzt die EZB ihre Monetisierung von Schulden in die Tat um, begünstigt das zum Beispiel einige Spanier auf Kosten anderer Spanier, einige Deutsche auf Kosten anderer Deutscher, aber auch Portugiesen auf Kosten von Spaniern, Deutschen, Österreichern, Holländern und Finnen", so Polleit. "Es würde die Einkommens- und Vermögensverhältnisse im Euro-Raum in einem Ausmaß verändern, wie es wohl kein Parlamentsbeschluss in Friedenszeiten jemals bewirken könnte."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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