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Wikileaks: Vetternwirtschaft bei deutschem Brückenbauprojekt in Afghanistan

Archivmeldung vom 19.09.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.09.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Islamische Republik Afghanistan Flagge
Islamische Republik Afghanistan Flagge

Die Originaldatei ist hier zu finden.

Eine von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte Depesche der US-Botschaft in Kabul legt nahe, dass es Vetternwirtschaft beim millionenschweren Bau einer der zahlreichen Brücken gab. Die Brücke wurde unter deutscher Beteiligung in Afghanistan errichtet. Das berichtet die Berliner Tageszeitung »junge Welt« in ihrer Freitagsausgabe.

Das Bundesverteidigungsministerium, das Auswärtige Amt, die KfW-Entwicklungsbank und die ehemalige Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (heute »Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit«, GIZ) haben sich am Hindukusch an mehreren Brückenprojekten beteiligt, die strategische Bedeutung für die Bundeswehr besitzen. Die GIZ untersteht dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unter Bundesminister Dirk Niebel (FDP).

Einer von Wikileaks veröffentlichten, als vertraulich eingestuften Depesche der US-Botschaft in Kabul vom 17. Mai 2009 zufolge berichteten Deutsche, dass sie den Bauvertrag für eine Brücke über den Kundus nach Char Darah »neu ausschreiben mussten«, damit eine »Firma, die der Vizeminister im Ministerium für Wiederaufbau und Entwicklung (MRRD) favorisiert, den Zuschlag erhält«.

Der deutsche Staat verfolgt »entlang des Kundus-Flusses an mehreren Stellen Brückenbau-Vorhaben«, bestätigte ein KfW-Sprecher gegenüber »junge Welt«. Im Rahmen eines Infrastrukturprogramms finanziere die KfW Entwicklungsbank auch den »Bau einer Brücke von Kunduz nach Chardarah«, so der Sprecher weiter. Auch habe es eine »erneute Ausschreibung« gegeben, bei der ein »kasachisch-afghanisches Joint Venture« den Zuschlag erhalten habe. Den Namen der Firma hält die KfW unter Verschluss.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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