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Flut Indien: Schleichender Tod der Kinder befürchtet

Archivmeldung vom 05.10.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.10.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Jens Brehl

Experten befürchten, dass die Zahl der Todesopfer in den indischen Überschwemmungsgebieten noch deutlich ansteigen wird. "Vor allem Kinder werden zu den Opfern zählen", sagt Gernot Ritthaler, Nothilfe-Experte von Caritas international, nach seiner Rückkehr aus den Notstandsgebieten im Bundesstaat Bihar (Indien).

Für chronisch unterernährte Kinder könne ein einfacher Durchfall, wie er bei dem stark verschmutzten Wasser in den Flutregionen an der Tagesordnung sei, tödlich enden. Der indische Staat hatte die Zahl der Toten in dieser Woche mit 3203 angegeben; in dieser Zahl sind jedoch nur die Ertrunkenen erfasst.

"Schon vor den Überschwemmungen waren allein in Bihar rund 400.000 Kleinkinder derart schwer chronisch unterernährt, dass die schlechte Wasserqualität, die verheerenden sanitären Zustände und die Versorgungsengpässe für sie akut lebensbedrohlich sind", berichtet Ritthaler. Vier Prozent der rund 10 Millionen Kleinkinder unter fünf Jahren in Bihar gelten laut Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als schwer unterernährt. Befürchtet wird, dass viele dieser Kinder aufgrund unzureichender Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Trinkwasser eines schleichenden Todes sterben werden. "Niemand wird ihren Tod in einigen Monaten noch mit den Überschwemmungen in Verbindung bringen", so Ritthaler. "Tatsächlich sind sie aber genau so Opfer dieser Naturkatastrophe wie die in den Fluten Ertrunkenen."

Seit Juni setzt der Monsun große Teile von Bihar, dem ärmsten indischen Bundesstaat, vollständig unter Wasser. Die Vereinten Nationen sprechen von der schwersten Flut seit Menschengedenken. Caritas international hat in den vergangenen vier Monaten in Indien, Bangladesch und Nepal Lebensmittel, Trinkwasser und Zeltplanen verteilt sowie in mobilen und stationären Gesundheitszentren medizinische Erstversorgung und Impfkampagnen gegen Masern durchgeführt. Die Projekte konnten dank Geldern der Europäischen Union und Privatspenden in einer Gesamthöhe von 1 Million Euro finanziert werden.

Quelle: Pressemitteilung Caritas international


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