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Sea-Eye will weiteres Rettungsschiff ins Mittelmeer entsenden

Archivmeldung vom 23.07.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.07.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: sea-eye.org
Bild: sea-eye.org

Der Verein und seine Mitglieder werden sich nicht länger am Retten hindern lassen, während im Mittelmeer immer mehr Menschen ertrinken. Sie werden deshalb schnellstmöglich ein neues Rettungsschiff, die Sea-Eye 2, ins Einsatzgebiet entsenden. Dies teilte Sea-Eye e.V. heute mit.

Weiter heißt es in der Erklärung des Vereins: "In den vergangenen Wochen wurde Sea-Eye e.V. von Bürokraten in unterschiedliche Papiergefechte verwickelt. Die Vereinsführung hat mit Anwälten, Behörden, Kapitänen, Reedern und Politikern gesprochen, um Lösungen zu finden. Die Hilfsorganisationen werden auf allen Ebenen attackiert – medial und strukturell. Dabei ging viel Kraft und Zeit verloren. Zeit, die in die Rettung von Menschenleben hätte investiert werden sollen. Die 629 erfassten ertrunkenen Menschen, allein im Juni 2018 – und nicht zuletzt die gerettete Josephine aus Kamerun – zeigen, warum sich die Mitglieder und Aktivisten mit Mut, Entschlossenheit und voller Kraft auf den Gründungszweck der Organisation fokussieren müssen.

Derweil sich Spezialisten um die Herausforderungen der Schiffe Sea-Eye und Seefuchs kümmern, wird sich der Verein und die Vereinsführung um den Start einer neuen, wirksamen Rettungsmission bemühen. So wird der Verein ein Rettungsschiff chartern oder kaufen."

Gorden Isler, Sea-Eye Sprecher, sagt dazu: „Es geht allein um die Beantwortung der Frage, auf welchem Weg wir schnellstmöglich und sicher einen "Rettungswagen zum Unfallort" senden können. Schluss mit der Diskussion um Flaggen, Schiffe, Kapitäne und Zäune. Wir haben diesen Verein nicht aufgebaut, um aufwendige Korrespondenzen mit Behörden zu führen. Wir haben ihn gegründet und aufgebaut, um Menschenleben zu retten! Der Kamerunerin Josephine würde heute nicht mehr leben, wenn die Schiffe von Open Arms nicht in der SAR Zone gewesen wären. Es braucht die Hilfsorganisationen, weil sonst niemand aktiv für das Leben kämpft.“

In den vergangenen Wochen hat der Verein die nötigen Voraussetzungen geschaffen, um mit der wichtigen, humanitären Arbeit fortzufahren. So wurden Schiffsmakler beauftragt und Verhandlungen mit Reedern begonnen. Gesucht wird ein geeignetes Schiff, dass vorzugsweise schnell gechartert werden und ins Einsatzgebiet entsendet werden kann. Dort gibt es in diesen Tagen kein einziges Rettungsschiff. Die Marineoperation Sophia steht ebenfalls auf wackligen Beinen. Die Europäische Zivilgesellschaft ist nun aufgefordert. Deshalb hat der Verein seinen Spendenaufruf unter UnserEuropaRettet.info gestartet.

Michael Buschheuer, Sea-Eye Gründer, sagt abschließend: „Wenn sich die Politiker, die wir in die europäischen und nationalen Parlamente gewählt haben, nicht länger verantwortlich fühlen, dann fällt die Verantwortung zurück in die Hände aller Bürgerinnen und Bürger. So empfanden wir es in meiner Familie. Deshalb haben wir Sea-Eye e.V. gegründet und das erste Schiff gekauft.“

Quelle: sea-eye.org

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