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FORSA: 56 Prozent sind überzeugt, dass Europa sich auch ohne die USA verteidigen kann

Archivmeldung vom 23.07.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.07.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de
Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Europa könnte auch ohne die USA für seine Sicherheit sorgen Durch die verbalen Attacken und das unbeherrschte Auftreten des US-Präsidenten Donald Trump sind viele Deutsche irritiert und beunruhigt. Doch einschüchtern lassen sich die meisten davon nicht - auch nicht durch Trumps Drohung, die USA könnten aus der Nato austreten. Im aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometer sind 56 Prozent der Bundesbürger davon überzeugt, dass Europa auch ohne den Beistand der USA selbst für seine Sicherheit sorgen könne. Lediglich 37 Prozent meinen, Europa sei auf die militärische Hilfe der USA angewiesen. In dieser Frage gibt es kaum Unterschiede zwischen Ost und West sowie zwischen den einzelnen Wählergruppen - bei allen ist die Meinung vorherrschend, dass eine Verteidigung Europas auch ohne die USA möglich ist.

Trump will Europa nur US-Gas verkaufen

Wird Deutschland - wie Trump behauptet - wegen seiner Erdgas-Importe "total von Russland kontrolliert"? Im RTL/n-tv-Trendbarometer hält eine große Mehrheit der Bundesbürger (84%) diese Behauptung von Donald Trump für "völlig abwegig". Nur zehn Prozent der Befragten glauben, dass Russland durch seine Energiepolitik die Kontrolle über Deutschland übernommen habe. Lediglich unter den AfD-Anhängern schließt sich eine nennenswerte Gruppe (28%) der Auffassung des US-Präsidenten an. Donald Trump hat auch wiederholt erklärt, er wolle die Erweiterung der bestehenden Gas-Pipeline durch die Ostsee ("Nordstream 2") verhindern. Zwei Drittel der Deutschen (66%) dagegen wollen den Weiterbau dieser Ostseepipeline, "weil dadurch die Versorgung Deutschlands mit Erdgas sicherer und zuverlässiger wird". Nur eine Minderheit von 23 Prozent ist dagegen, da dadurch eine größere Abhängigkeit von Russland entstehe.

Die meisten Deutschen befürworten die Erweiterung der Gaspipeline durch die Ostsee auch deshalb, weil sie nicht davon überzeugt sind, dass Deutschland seinen Energiebedarf "in den nächsten Jahren alleine durch die erneuerbaren Energien" (wie Sonne, Wind und Wasser) decken könne. Das glauben nur 31 Prozent, während 65 Prozent auch weiterhin die Nutzung herkömmlicher Energien zur Sicherstellung der Energieversorgung für erforderlich halten. Das meinen sogar 50 Prozent der Grünen-Anhänger. Von den herkömmlichen Energiearten sollte nach Meinung von 63 Prozent der Bundesbürger am ehesten Erdgas genutzt werden. 71 Prozent halten auch die Nutzung aller anderen herkömmlichen Energiearten für notwendig, so die Kernkraft (29%), Öl (22%) und Kohle (20%). Vor allem die Ostdeutschen befürworten den weiteren Einsatz von Kohle (34%) und Kernkraft (43%). Die meisten Deutschen misstrauen auch Trumps Motiven bei seinen Äußerungen zur Energieversorgung: 92 Prozent vermuten, dass Trump in erster Linie den Verkauf von Flüssiggas in Europa und Deutschland fördern will.

Die Daten zu den Reaktionen der Deutschen auf den US-Präsidenten wurden von forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL am 19. und 20. Juli 2018 erhoben. Datenbasis: 1.004 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3%punkte.

Quelle: Mediengruppe RTL Deutschland (ots)

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