Grüne fordern Zugriff der Ukraine auf russisches Staatsvermögen
Die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Sara Nanni, hat die Hilfszusagen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) bei seinem Besuch in der Ukraine als unzureichend kritisiert.
"Die Lage der Ukraine wird sich nur entscheidend verbessern, wenn sie
endlich Zugriff auf das eingefrorene russische Staatsvermögen erhält",
sagte Nanni, die ebenfalls gerade von dort zurückgekehrt ist, dem
"Spiegel". Dafür müsse die Bundesregierung sich in Europa entschieden
einsetzen.
Klingbeil hatte am Montag in Kiew angekündigt, Berlin
werde der Ukraine mit jährlich neun Milliarden Euro helfen. Angesichts
des Finanzbedarfs sei das ein Tropfen auf den heißen Stein, sagte Nanni
nach ihren Gesprächen in der Ukraine. Das Land brauche nicht nur
Waffenlieferungen, sondern auch Unterstützung bei der Zahlung von Sold
für Soldaten sowie Witwen- und Waisenrenten Gefallener oder für den
Wiederaufbau. Den Gesamtbedarf schätzt sie auf einen mittleren
zweistelligen Milliardenbetrag pro Jahr. "Für diese Kosten muss vor
allem der Aggressor Russland aufkommen, nicht die Steuerzahler in
Deutschland und Europa", sagte Nanni.
Quelle: dts Nachrichtenagentur