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Italienischer Gewerkschaftschef Landini (FIOM) sieht Eröffnung einer neuen Phase der europäischen Politik durch Regierungswechsel in Griechenland

Archivmeldung vom 03.02.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.02.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Maurizio Landini, Bologna, 2011 (110° Fiom)
Maurizio Landini, Bologna, 2011 (110° Fiom)

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Europa brauche dringend einen Politikwechsel. Mit der neuen Regierung Griechenlands unter Alexis Tsipras sei die Gelegenheit dafür gekommen, meint der Generalsekretär der italienischen Metallarbeitergewerkschaft Maurizio Landini. "Der Regierungswechsel in Griechenland stellt nun alles in Frage, wofür die aktuelle Finanzpolitik steht, die im Übrigen eine Politik der reinen Verteidigung der Währungsunion ist. Ich glaube, dass das Ergebnis in Griechenland auch eine Chance für die Eröffnung einer neuen Phase in der europäischen Politik ist", sagt Landini im Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland".

Laut Landini dürfe es nicht nur um die Überwindung der Schuldenkrise gehen, für die er einen Aufschub der Schuldentilgung vorschlägt. Geld dürfe nicht mehr nur an die Banken gehen, sondern müsse für Investitionen bereitgestellt werden, so der 53-Jährige. Schließlich müsse die Europapolitik nach einem anderen Sozialmodell ausgerichtet werden. "Das ist die Dimension, in der wir denken müssen, um nicht nur einen politischen, sondern auch einen einen sozialen Kampf führen zu können. Sonst reden wir über Europa, aber wir haben nur den Euro und sonst nichts", so Landini. Der Gewerkschaftschef fordert "ein Minimum an gleichen Rechten in der EU", zum Beispiel beim Mindestlohn und Urlaub. Auch über die Arbeitszeit müsse angesichts von 25 Millionen Arbeitslosen in der EU gesprochen werden. "Aber das ist Politik, das sind Entscheidungen. Man muss die Politik ändern und andere Entscheidungen treffen", so Landini.

Quelle: neues deutschland (ots)

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