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Ehemalige EZB-Banker dämpfen Erwartungen an Weidmann

Freigeschaltet am 11.05.2019 um 09:34 durch Andre Ott
Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main. Bild: Eric Chan
Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main. Bild: Eric Chan

Die früheren EZB-Direktoriumsmitglieder Otmar Issing und Jürgen Stark warnen vor der Hoffnung, dass Jens Weidmann als möglicher deutscher Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) die Geldpolitik rasch straffen könnte.

"Nach dem langen Aufschwung ist zu erwarten, dass im Euroraum früher oder später ein Konjunktureinbruch eintritt", sagte Issing dem "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Die EZB sei dann gefordert, "die Geldpolitik rasch und hinreichend expansiv auszurichten". Zugleich machte der frühere EZB-Chefvolkswirt deutlich, dass der Nachfolger des derzeitigen EZB-Präsidenten Mario Draghi gerade deshalb die nötige Solidität ausstrahlen müsse. "Es wird dann von der Glaubwürdigkeit des Präsidenten abhängen, inwieweit es gelingt, die Öffentlichkeit und die Finanzmärkte von der nachhaltigen Stabilität des Euro zu überzeugen", so Issing weiter. Der frühere EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark warnt ebenfalls vor überzogenen Erwartungen an einen deutschen EZB-Chef. "Auch Weidmann könnte nicht über Nacht den Hebel umlegen, dafür sind Regierungen und Kapitalmärkte zu abhängig von der EZB und umgekehrt", sagte er dem "Spiegel". Aber er sei der Richtige, "um die hoch politisierte EZB wieder zu entpolitisieren".

Im Wirtschaftsflügel der Union wächst unterdessen die Erwartung, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Jens Weidmann als EZB-Präsidenten durchsetzt, falls der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) bei den Europawahlen, Manfred Weber (CSU), nicht die nötige Mehrheit für die Kür zum Präsidenten der EU-Kommission bekommt. "Wenn sich Weber nicht durchsetzen lässt, muss Weidmann EZB-Präsident werden", sagte der CSU-Finanzexperte Hans Michelbach dem "Spiegel". "Das wäre ein Signal, dass in Europa wieder eine seriöse und stabile Geldpolitik gemacht würde", so der CSU-Politiker weiter. Nach den Europawahlen müssen sich die Spitzen der EU über die Besetzung mehrerer Top-Positionen verständigen: die Präsidentenposten für den Europäischen Rat und die EU-Kommission sowie für die Europäische Zentralbank. Es gilt als sicher, dass für die drei Positionen höchstens ein deutscher Bewerber zum Zuge kommen kann.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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