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Grußbotschaft zum muslimischen Fastenmonat Ramadan 2019: "In einer offenen Gesellschaft darf kein Mensch Angst verspüren, wenn er ein Gebetshaus betritt"

Archivmeldung vom 06.05.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.05.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Gerd Altmann/Shapes:Rursus / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann/Shapes:Rursus / pixelio.de

Anlässlich des jetzt beginnenden muslimischen Ramadan hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, heute (5. Mai 2019) in einer Grußbotschaft an die Muslime in Deutschland Segenswünsche übermittelt. In seiner Botschaft schreibt Kardinal Marx: "Gott, der Schöpfer und Erhalter dieser Welt, möge Sie durch die Fastenzeit begleiten und Ihre Gebete erhören!"

Das Fasten, so sei es auch in der Tradition des Christentums, könne helfen, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden und neuen Freiraum für die Begegnung mit Gott zu gewinnen. "Die Öffnung des Gläubigen für Gott erneuert auch den Blick auf seine Schöpfung. Wir tragen Verantwortung für die Natur, für unsere Umwelt und für unsere Mitmenschen. Den Willen Gottes zu befolgen bedeutet auch, dieser Verantwortung gerecht zu werden", so Kardinal Marx.

Er sorge sich zutiefst, dass in jüngster Zeit wiederholt Angriffe auf Gebetshäuser - Moscheen, Synagogen und Kirchen - verübt und dabei gezielt Betende ins Visier genommen worden seien. "Die Angreifer sind von zynischem Kalkül getrieben: Sie wollen möglichst viel Leid verursachen und Schaden anrichten. Solche Verbrechen sind schändlich und dürfen in keiner Weise verharmlost werden. Die Täter müssen ermittelt, vor Gericht gestellt und bei Nachweis der Schuld streng bestraft werden", schreibt Kardinal Marx. "In einer offenen Gesellschaft darf kein Mensch Angst verspüren, wenn er ein Gebetshaus betritt. Es ist die Aufgabe der verantwortlichen Behörden, für Sicherheit zu sorgen. Zugleich ist es Pflicht der gesamten Gesellschaft, Hass und Hetze zurückzuweisen und sich für ein friedliches und vertrauensvolles Miteinander einzusetzen." Das gelte besonders für die Vertreter der Religionen, "denn ohne Frieden zwischen den Religionen und Kulturen gibt es keinen Frieden in unserer Gesellschaft".

Kardinal Marx forderte dazu auf, gemeinsam daran zu arbeiten, wie sich das Verständnis von gleichen staatsbürgerlichen Rechten durchsetzt. "Den Wert des Respektes müssen wir besonders den Jugendlichen vermitteln. Denn sie werden in der von uns geschaffenen pluralen Gesellschaft noch lange miteinander arbeiten und leben."

Quelle: Deutsche Bischofskonferenz (ots)

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