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Gorbatschow: Welt steht an der Schwelle zu neuem Kalten Krieg

Archivmeldung vom 08.11.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.11.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Michail Sergejewitsch Gorbatschow Bild: Veni / wikipedia.org
Michail Sergejewitsch Gorbatschow Bild: Veni / wikipedia.org

Die Welt steht nach Ansicht des früheren sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow angesichts des Konflikts in der Ukraine an der Schwelle zu einem neuen Kalten Krieg. "Manche sagen, er hat schon begonnen", sagte Gorbatschow am Samstag bei den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin.

Der Friedensnobelpreisträger machte den Westen für die jüngsten Spannungen verantwortlich: Versprechen, die nach der Wende im Jahr 1989 gemacht wurden, seien nicht eingehalten worden, russische Interessen seien ignoriert worden. Sollte sich die Konfrontation fortsetzen, werde es zu einer Schwächung Europas kommen, so Gorbatschow.

Der ehemalige sowjetische Präsident warnte auch vor einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Berlin und Moskau. Ohne russisch-deutsche Partnerschaft könne es keine Sicherheit für Europa geben.

Die Erfahrung der 1980er Jahre habe jedoch gezeigt, dass auch scheinbar aussichtslose Konflikte gelöst werden könnten, wenn es den entsprechenden politischen Willen gebe, so Gorbatschow weiter.

Gorbatschow: Mauerfall-Jubiläum "Feiertag für die Völker Europas"

Der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow hat die Bedeutung des Mauerfalls für die Beendigung des Kalten Krieges hervorgehoben: In einem Gastbeitrag für "Bild" erklärte Gorbatschow, das sei ein Feiertag nicht nur für die Deutschen, "sondern für alle Völker Europas und anderer Kontinente. Denn die Mauer hat nicht einfach nur Ihre Stadt geteilt, Menschen voneinander getrennt, Familien auseinandergerissen", so Gorbatschow. "Sie stand für die Spaltung Europas und der Welt in zwei Teile, die einander mit der Apokalypse eines Atomkriegs bedrohten. Das Niederreißen der Mauer ebnete den Weg zur deutschen Einheit im Zuge eines Ereignisses von besonderer Tragweite: der friedlichen Beendigung des Kalten Krieges. Die Deutschen hatten zu dieser Wende einen großen Beitrag geleistet."

Gorbatschow unterstrich gegenüber "Bild" aber auch den Beitrag Russlands zur Deutschen Einheit. Die Wiedervereinigung sei ohne die Unterstützung anderer Völker undenkbar gewesen. "Besonders wichtig dabei: Die Russen, alle Völker der Sowjetunion, die im Blutvergießen des Krieges gegen das Hitler-Regime die schlimmsten Verluste erleiden mussten, haben für die Sehnsüchte der Deutschen Verständnis und Vertrauen aufgebracht. Die Unterstützung ihrer Völker hinter sich wissend, konnten die Staatsführungen der UdSSR und der anderen Länder der Anti-Hitler-Koalition gemeinsam mit Vertretern Deutschlands alle Schwierigkeiten auf dem Weg zur Einigung und Eintracht überwinden, der alles andere als einfach war", erklärte Gorbatschow. Er müsse "an die Worte meines Freundes Willy Brandt denken: `Wer nicht schießen will, muss reden.` Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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