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US-Philosoph Hardt: Es gibt keinen souveränen Staat

Archivmeldung vom 09.08.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.08.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Michael Hardt 2008 beim Seminário Internacional Mundo.
Michael Hardt 2008 beim Seminário Internacional Mundo.

Foto: FlickreviewR
Lizenz: CC-BY-2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Für den renommierten US-amerikanischen Philosophen Michael Hardt gibt es keinen souveränen Staat. Selbst die USA könnten "nicht unilateral und im Sinne einer alten imperialistischen Macht handeln", sagte Hardt im Interview mit der Tageszeitung "neues deutschland" (Wochenendausgabe). Hardt schrieb mit dem italienischen Theoretiker Antonio Negri zur Jahrtausendwende das Buch "Empire", das für viele als die Bibel der Antiglobalisierungsbewegung gilt. "Auch wenn die vorherrschenden Länder mehr Macht haben als die anderen, sind auch sie nicht unabhängig", so Hardt weiter. Alle Staaten müssten im Kontext des globalen Systems zusammenarbeiten. Und dieses System ist für ihn die kapitalistische Produktionsweise.

Hardt interessiert sich auch für die neuen Protestbewegungen, die seit dem arabischen Frühling entstanden. Im Gegensatz zu den Demonstrationen der Globalisierungsgegner seien diese Proteste aber nicht nomadisch. "Die heutigen Proteste bewegen sich nicht", so Hardt. Stattdessen würden sie Plätze besetzen. Auch die Themen seien andere: "Das Schlagwort der Anti-Globalisierungsproteste Anfang der 2000er Jahre war Gerechtigkeit. Heute ist der Ruf nach Demokratie die entscheidende Forderung", erklärte Hardt im Interview.

Quelle: neues deutschland (ots)

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