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Amtsärzte verlangen zusätzliches Personal für Ukraine-Flüchtlinge

Archivmeldung vom 20.04.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.04.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Arzt (Symbolbild)
Arzt (Symbolbild)

Bild: © CC0 / valelopardo / Pixabay

Die deutschen Amtsärzte fordern zusätzliches Personal im öffentlichen Gesundheitsdienst, um die Gesundheitsversorgung von Ukraine-Geflüchteten zu gewährleisten. Der Bund müsse im Einvernehmen mit den Kommunalvertretungen schnellstmöglich dafür sorgen, "dass die zweite Tranche im Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst an die Kommunen fließt", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

"Mit der Förderung können neue Stellen in den Gesundheitsämtern geschaffen werden. Das ist jetzt dringend nötig, um die bestmögliche Versorgung der Geflüchteten und die Integration der Kinder aus der Ukraine in Kitas und Schulen zu gewährleisten", so Nießen weiter. Zudem seien die Länder gefordert, flächendeckend Listen von Ärzten bereit zu stellen, die bei den Erstuntersuchungen der Ukraine-Geflüchteten unterstützen können, verlangte Nießen. "Die Organisation und Koordination der Ärztelisten sollte bei den Ländern liegen, die auch die Fachaufsicht über die kassenärztlichen Vereinigungen haben."

Zwar habe sich die Auslastung der Gesundheitsämter wegen geringere Corona-Meldungen ein wenig entspannt, gleichzeitig nehme die Arbeit in anderen Bereichen zu, weil die Gesundheitsämter unter anderen für die Erstuntersuchungen der Ukraine-Geflüchteten zuständig seien. "Dabei geht es darum, die Menschen auf ansteckende Krankheiten zu untersuchen und die weitere Gesundheitsversorgung zu organisieren", sagte Nießen weiter und. "Von allen Geflüchteten aus der Ukraine, die in Deutschland ankommen, sind zehn bis 15 Prozent mit Covid-19 infiziert. In Köln etwa haben wir in einer Woche 220 Geflüchtete getestet, davon waren zehn Prozent Corona-positiv." Diese Coronainfektionsrate sei in den anderen Großstädten ähnlich. "Die Menschen haben andere Sorgen, als auf der Flucht auf Hygienemaßnahmen zu achten", sagte Nießen. "Es geht darum, erstmal in Sicherheit zu kommen. Da ist es klar, dass sie auch mit Corona in Kontakt kommen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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