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US-Ökonom: Spanien oder Irland werden bald EZB-Hilfen brauchen

Archivmeldung vom 27.03.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.03.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Der amerikanische Experte für Geldpolitik Adam Posen erwartet, dass Spanien oder Irland noch vor Ende des Jahres Unterstützung aus dem Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) beantragen werden. "Entweder Irland oder Spanien werden Hilfen aus dem OMT-Programm beantragen müssen", sagte Posen im Gespräch mit der "Welt". "Es ist extrem wahrscheinlich, dass mindestens eines dieser beiden Länder vor Jahresende um Hilfen bitten muss."

Posen beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass eines der beiden Länder einen Antrag auf OMT-Käufe stellen wird, auf 80 Prozent. Die EZB hat im vergangenen Sommer angekündigt, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenländern aufzukaufen, die an einem Rettungsprogramm der Troika teilnehmen und die Bedingungen ihres jeweiligen Rettungspakets erfüllen.

Die Ankündigung dieses sogenannten OMT-Programms hatte die Finanzmärkte zunächst beruhigt. "Es war immer klar, dass die EZB mit der Ankündigung nur Zeit gekauft hat. Es ist nur eine Pause, aber immerhin eine lange nachhaltige Pause", sagte Posen der "Welt".

OMT steht für Outright Monetary Transactions. Adam S. Posen ist Präsident des Peterson Institute for International Economics, einem der angesehensten Think Tanks der USA. Posen gilt als einer der weltweit führenden Experten für Geld- und Fiskalpolitik. Von 2009 bis 2012 hat er als Mitglied des Geldpolitischen Rats der Bank of England die Geldpolitik der Notenbank mitbestimmt.

Posen kritisierte gegenüber der "Welt" auch die Politik der Bundesregierung in der Euro-Schuldenkrise. Die deutsche Politik gegenüber den Krisenländern sei zu hart. "Deutschland verlangt den Krisenländern zuviel ab", sagte Posen. "Ich denke nicht, dass Deutschland bewusst anderen Ländern Schaden zufügen will. Ich verstehe auch, warum die deutsche Regierung keine Transfers in andere Länder leiten will, ohne dass es entsprechende fiskalische Institutionen gibt. Aber die Anpassungen der Krisenländer mussten nicht so weit gehen, wie es von ihnen verlangt wurde." Deutschland habe überzogene Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung in den südlichen Staaten der Euro-Zone. "Keine Anstrengung der Welt wird aus Griechenland Mailand machen, deshalb könnte Deutschland genauso gut auch netter zu den Griechen sein", sagte Posen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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