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Syrien: Kritik an UN-Hilfsorganisationen

Archivmeldung vom 09.01.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.01.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Syrien auf einer Karte nach alter Süd-Nord Ausrichtigung.
Syrien auf einer Karte nach alter Süd-Nord Ausrichtigung.

Bild: Eigenes Werk /OTT

Nach der Räumung Ost-Aleppos hat ein syrischer Arzt die Arbeit der UN-Hilfsorganisationen im Syrienkonflikt kritisiert. Den Optimismus der UN könne er nicht teilen, sagte Marwan Khoury in der "Bild"-Sendung "Die richtigen Fragen". Die Notlage der Menschen in Aleppo habe sich seit der Waffenruhe nicht verbessert, sondern nur verlagert. "Die Bevölkerung aus Ost-Aleppo ist jetzt im Umland. Sie leben dort in Hunger, im Schlamm, beim Minusgraden", sagte der Arzt, der sich mit der Hilfsorganisation Barada e.V. in Syrien engagiert.

Dort, wo die Menschen jetzt seien, wären derzeit keine Hilfsorganisationen im Einsatz. Khoury kritisierte die Vereinten Nationen auch dafür, dass sie sich der Politik Baschar al-Assads unterwerfen - statt selbst Druck aufzubauen.

Die Antragsverfahren für Hilfslieferungen würden von den syrischen Behörden immer mehr in die Länge gezogen, erklärt er gegenüber "Bild". "Warum währen sich die UN nicht gegen diese Politik? Es kann nicht sein, dass der Hungertod zum politischen Druckmittel wird. Wir sehen, dass die UN das Spiel Assads mitspielt."

Die Äußerung des UN-Nothilfekoordinators für Syrien, Sajjad Malik, die "Seele Aleppo" sei noch da, wies Khoury zurück. "Mit Aleppo ist für mich die Menschlichkeit gestorben." Khoury rechne nicht in absehbarer Zeit damit, dass die Bevölkerung nach Aleppo zurückkehrt.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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