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NATO-Chef stellt Afghanistan-Einsatz zur Disposition

Archivmeldung vom 15.02.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.02.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Nato Militärstützpunkte: Größter Militäraufmarsch der Nato an der russischen Grenze seit dem 2. Weltkrieg.
Nato Militärstützpunkte: Größter Militäraufmarsch der Nato an der russischen Grenze seit dem 2. Weltkrieg.

Bild: Eigenes Werk /OTT

Die NATO will nach den Worten von Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch über die weitere Präsenz ihrer Truppen in Afghanistan beraten. "Die kommenden Tage und Wochen sind wichtig. Wir werden das erste NATO-Ministertreffen mit der neuen US-Administration haben und ich erwarte, dass die Alliierten sich intensiv beraten werden über die künftige Präsenz der NATO in Afghanistan", sagte Stoltenberg der "Welt am Sonntag".

Der Krieg dauere in diesem Jahr schon zwei Jahrzehnte lang. "Er kann nicht für immer weiter gehen. Kein NATO-Land will länger bleiben als notwendig", so Stoltenberg. Man habe jetzt "zwei Optionen", erklärte der Norweger: "Wir können bleiben und uns weiterhin militärisch engagieren. Oder wir können Afghanistan verlassen und damit riskieren, dass das Land wieder ein sicherer Hafen für Terroristen wird. Es gibt keine einfache Wahl."

Hintergrund der Äußerungen ist eine Vereinbarung zwischen der früheren US-Administration und der islamistischen Terrororganisation der Taliban vom Januar 2020, wonach die Allianz das Land spätestens am 30. April dieses Jahres verlassen wird. Bedingung dafür ist aber, dass die Taliban ihre Gewalt reduzieren, ihre Verbindungen zu anderen Terrorgruppen kappen und sich ernsthaft an innerafghanischen Friedensverhandlungen beteiligen werden. Stoltenberg machte den Taliban kurz vor den Beratungen der NATO-Verteidigungsminister schwere Vorwürfe: "Die Taliban müssen sich an ihre Versprechen halten: die Gewalt reduzieren und ihre Verbindungen zu Terrorgruppen einstellen. Stattdessen sehen wir ein inakzeptables Niveau an Gewalt seitens der Taliban, die sich auch gegen Mediziner, Richter und Journalisten richtet."

Der ehemalige norwegische Regierungschef fügte hinzu: "Eine politische Lösung ist der einzige Weg den Krieg zu beenden. Wir unterstützen den Friedensprozess, und leisten dazu unseren Beitrag, indem wir unsere Truppenpräsenz in Afghanistan anpassen. Aber wir waren uns immer im Klaren darüber, dass weitere Anpassungen von Bedingungen abhängen." Welchen Weg die NATO auch immer einschlagen werde, sagte Stoltenberg, "wir müssen dafür sorgen, dass Afghanistan niemals wieder eine Basis für Terrorismus ist".

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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