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Deutsche Wirtschaft beurteilt Trumps Steuerpläne skeptisch

Archivmeldung vom 27.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Donald Trump (2016)
Donald Trump (2016)

Foto: Gage Skidmore
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die von US-Präsident Donald Trump geplante Steuerreform stößt in der deutschen Wirtschaft auf Skepsis. "Es ist nachvollziehbar, dass Präsident Trump die im Durchschnitt bei 35 Prozent liegende hohe Steuerbelastung der Unternehmen in den USA zu einem zentralen Thema seiner Agenda macht", da eine Rückführung der Belastung der US-Wirtschaft "spürbar Schwung" verleihen könnte, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, dem Nachrichtenmagazin "Focus": Ohne solide Gegenfinanzierung würde die Steuersenkung jedoch "zu einem deutlichen Anstieg der Schulden führen".

Wansleben warnte außerdem vor einer Strafsteuer auf Importe. "Das wäre auch für Unternehmen in Deutschland eine gravierende Belastung. Eine selektive Benachteiligung ausländischer Unternehmen widerspräche den Grundsätzen des internationalen Steuerrechts." Ein fairer Wettbewerb erfordere, alle Unternehmen gleich zu behandeln.

Ähnlich äußerte sich der Finanzvorstand des Sportartikelherstellers Puma, Michael Lämmermann. "Generell begrüßen wir Steuersenkungen, da diese normalerweise Spielraum für weitere Investitionen in einem Land ermöglichen. Allerdings sieht die Gesetzesänderung in den USA zwar eine Senkung der Einkommensteuersätze vor, jedoch zu Lasten einer Erhöhung des zu versteuernden Einkommens", sagte Lämmermann dem Nachrichtenmagazin. "Die steuerliche Abzugsfähigkeit, insbesondere von aus dem Ausland eingeführten Gütern und Leistungen, soll stark eingeschränkt beziehungsweise gar nicht zum Abzug zugelassen werden. Insofern würden wir den derzeitigen Vorschlag zur US-Steuerreform nicht unterstützen."

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, erklärte im "Focus", die Steuerpläne seien nicht geeignet, um das Wirtschaftswachstum in den USA nachhaltig anzukurbeln: "Trump hat den Energieunternehmen und dem Finanzsektor geholfen, indem er die Regulierung lockerte. Aber mehr Wachstum für die gesamte Volkswirtschaft dürfte allein daran scheitern, dass die Fachkräfte langsam knapp werden." Mit einer Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent sei die US-Wirtschaft nahe an der Vollbeschäftigung. Er halte die Wachstumserwartungen vieler Anleger daher für übertrieben, mahnte Krämer.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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