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Fehlender Notgroschen: Russen geben alles aus

Archivmeldung vom 29.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Roter Platz: Russen konsumieren trotz Krise. Bild: pixelio.de, M. Kummer
Roter Platz: Russen konsumieren trotz Krise. Bild: pixelio.de, M. Kummer

Die Russen neigen trotz Krise eher dazu Geld auszugeben, als finanzielle Rücklagen für Krisenzeiten zu schaffen. Dies trägt nicht nur zu einem erheblichen Wirtschaftswachstum bei, sondern erweckt auch den Anschein, die Menschen wären von der weltweiten Wirtschaftslage nicht betroffen. Obwohl Ölpreise von 115 Dollar pro Barrel darauf schließen lassen, Russland könnte ebenso durch die Eurokrise belastet werden, gibt es keine Anzeichen dafür, dass Konsumenten ihre Ausgaben reduzieren.

"Hauptgrund für die derzeitige Tendenz, Geld zu investieren, ist vordergründig die Politik russischer Banken, welche bestrebt ist den Konsum durch einen Verkauf niedriger Kredite anzuheizen und somit das Wirtschaftswachstum zu stabilisieren", unterstreicht Stefan Meister von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik im Gespräch mit pressetext.

Die Wachstumsraten zeigen eindeutig eine positive Auswirkung der konsumfreudigen Russen auf die Geschäftsbedingungen und Umsätze vieler Einzelhändler. BMW und Magnit, einer der größten Lebensmittelhändler Russlands, profitieren mit einem Umsatzwachstum von über 30 Prozent im Vergleich zu 2011 ebenfalls von der russischen Mentalität. Die Arbeitslosigkeit ist mit 4,9 Prozent so gering wie zuletzt vor zehn Jahren und die Löhne steigen pro Jahr um ebenfalls zehn Prozent.

Sparschwein als Fremdwort

Laut aktuellen Daten der Citibank Russia werden die Russen dieses Jahr um 20 Prozent mehr Ausgaben im Ausland tätigen, als sie es im Jahr 2011 getan haben. Außerdem rechnen Experten mit einem diesjährigen Wirtschaftswachstum von 3,5 bis vier Prozent. Diese positiven Prognosen sind darauf zurückzuführen, dass es die Menschen bevorzugen ihr Geld auszugeben, bevor sie es durch einen Börsencrash oder eine Geldabwertung verlieren.

Laut Oleg Tinkov, Vorstand des Tinkoff Credit Systems, glauben Russlands Konsumenten nicht an die Zukunft, sondern nur an die Gegenart. Darüber hinaus gäbe es keine Anzeichen für ein steigendes Sparverhalten innerhalb der Bevölkerung, da die meisten Konsumenten dazu tendieren, den Großteil ihres Einkommens auszugeben. Dennoch nimmt im Vergleich zu Europa ein geringerer Prozentsatz der Russen eine Hypothek auf.

Quelle: www.pressetext.com/Carolina Schmolmüller

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