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Umfrage: Im Vorgefühl eines neuen Kalten Krieges

Archivmeldung vom 08.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Collage: STIMME RUSSLANDS
Bild: Collage: STIMME RUSSLANDS

Russland und die USA stehen möglicherweise erneut vor einem Kalten Krieg: In beiden Ländern geht jeder Zweite laut Umfragen davon aus, berichtet Natalia Kowalenko für Radio "Stimme Russlands". Die Zahl der Russen, die einen neuen Kalten Krieg zwischen Moskau und Washington nicht ausschließen, ist seit kurzer Zeit um neun Prozent gestiegen. Ihr Anteil erreicht mittlerweile 46 Prozent. Das ergab eine Umfrage des russischen Meinungsforschungszentrums WZIOM. Unter politisch aktiven Internetnutzern ist dieser Anteil noch höher: 80 Prozent von ihnen sagen nach Angaben der russischen Denkfabrik Social Networks Agency, ein Kalter Krieg mit den USA sei ziemlich wahrscheinlich oder habe bereits begonnen.

Weiter heißt es dort: "Die Zahl der Russen mit einer positiven Haltung zu Amerika ist laut Forschern stabil. Das heißt, von einer Konfrontation sprechen jetzt diejenigen, deren Haltung zuvor schwankend war. WZIOM-Sprecherin Olga Kamentschuk kommentiert:

„Zwischen Russland und den USA gab es in letzter Zeit ziemlich viele Differenzen. Das betrifft den Fall Snowden und vor allem die Syrien-Krise. Dies stimmt die Menschen kaum optimistisch. Im Fall Snowden sagten die meisten Russen beispielsweise, dass Moskaus Haltung den Beziehungen mit den USA schaden würde. Trotzdem sprachen sich nur 15 Prozent gegen eine Asylgewährung für den
US-Whistleblower aus. Auch in Sachen Syrien begreifen die Russen zwar, dass der Streit die Beziehungen mit Amerika verkompliziert, plädieren aber für eine unabhängige Politik auf diesem Gebiet“.

In den USA ist die Situation laut einer Gallup-Umfrage ähnlich: Erstmals seit 2000 wird Russland meistens nicht als Verbündeter, sondern als Feind betrachtet. Dieser Trend zeichnete sich angesichts der Erfolge der russischen Diplomatie im Syrien-Streit ab. Der russische Psychologe und
Analyst der Onlinezeitung Terra America, Kirill Benediktow, klärt auf:

„Wer in Russland einen vom Westen unabhängigen Entwicklungsweg anstrebt und keine internationale Kontrolle für die russische Wirtschaft will, setzt sich den US-Hardlinern entgegen. Dieser Konflikt kann wirklich eine Voraussetzung für einen neuen Kalten Krieg sein. Falls ein Republikaner, der an einer Konfrontation mit Russland orientiert ist, die US-Präsidentenwahl gewinnt, werden die Samen des Kalten Krieges sehr schnell aufgehen. Dann wird die Situation den 1960er oder den 1970er Jahren
ähneln“.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion, dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs und dem damals unterzeichneten Atom-Abrüstungspakt gab es eine Euphorie zwischen Moskau und Washington. Nun vergeht diese Euphorie allmählich. In den Vordergrund rücken die Differenzen zum Thema, wie eine gerechte Weltordnung aussehen soll. Man muss aber nicht unbedingt einander lieben oder eng
befreundet sein, um eine gemeinsame Sache zu machen. Selbst die Russen, die keine Sympathie mit Amerika mehr haben, sagen deshalb laut Umfragen, dass sich Erfolge im Anti-Terror-Kampf oder in Bezug auf andere Weltprobleme nur durch Kooperation erzielen lassen."

Quelle: Text Natalia Kowalenko - „Stimme Russlands"

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