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Banken warnen EU-Kommission vor Eingriff in ihr Geschäft

Archivmeldung vom 27.03.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.03.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Michael Kemmer
Michael Kemmer

Foto: Bundesverband deutscher Banken
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Bundesverband deutscher Banken hat sich kritisch zur Einführung eines "europäischen Sparkontos" geäußert, mit dem die EU-Kommission Mittelständlern speziell in südlichen Euro-Ländern Kredite verschaffen will. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" kritisierte Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer die für diesen Donnerstag geplante Vorstellung eines solchen Konzepts als "massiven Eingriff in das Bankengeschäft". Dies wiege umso schwerer, da es in Deutschland und anderen Ländern keine Probleme bei der Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen gebe. "Im Gegenteil. Wir würden uns sogar über mehr Nachfrage freuen", sagte Kemmer.

Der Plan der EU, Sparguthaben der 500 Millionen Privatanleger für die Firmenfinanzierung heranzuziehen, könne die Kreditklemme in Südeuropa im schlimmsten Fall vergrößern, warnte Kemmer. Sollte die Kommission die Sparbücher mit steuerlichen Anreizen oder einer garantierten Rendite versehen, könnten Kunden ihr Geld von den Banken abziehen. Damit hätten die Banken weniger Möglichkeiten, um Kredite zu vergeben, erklärte der Hauptgeschäftsführer. Zudem übertünche ein solches Programm nur die Probleme, bringe aber keine dauerhaften Lösungen. Die Ursachen der Kreditklemme im Süden Europas seien vielfältig und lägen nicht nur bei den dortigen Banken, hob er hervor. Anstatt die große Gießkanne einzusetzen, wäre die Kommission nach seiner Ansicht besser beraten, gezielt vorzugehen. Das heiße konkret, strukturelle Probleme in den südeuropäischen Ländern deutlich zu benennen und eine Reform des Bankensektors in diesen Ländern voranzutreiben.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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