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Polen fordert von Russland wieder Reparationen – diesmal aus 100 Jahre altem Vertrag

Archivmeldung vom 05.09.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.09.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Sejm der Republik Polen
Sejm der Republik Polen

Foto: Network.nt
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

30 Millionen Goldrubel hatte Sowjetrussland Polen 1921 im Friedensvertrag von Riga zugesagt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Warschau dann erklärt, auf diese Reparationszahlungen zu verzichten. Jetzt fordern polnische Politiker diese Summe wieder. Die russische online Ausgabe von "Sputnik" fragt: "Was soll das nur?"

Weiter heißt es im Beitrag: "Russland solle darüber nachdenken, was mit dem Friedensvertrag von Riga geschehen solle, forderte der polnische Politiker Jan Mosinskij von der Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“.

„Die Russen müssen auch die Verantwortung dafür übernehmen, was sie in Polen getan haben.“

Andere Mitglieder der Regierungsfraktion im polnischen Sejm hatten früher bereits Reparationen von Russland gefordert. Billionen Zloty solle Moskau für die Verbrechen der Sowjetunion zahlen, hieß es.

Dass Polen im Jahr 1954 auf die Reparationen verzichtet hat, spielt für die Abgeordneten heute offenbar keine Rolle. Es wird behauptet: Der Verzicht sei überhaupt nicht rechtskräftig, weil auf Druck der Sowjetunion erklärt.

Absurd sei das, findet der russische Politologe Juri Swetlow: Die Reparationen würden jetzt Jenen abverlangt, „die die größte Last im Zweiten Weltkrieg getragen haben“.

Und der Politologe Eduard Popow vom Institut für russisches Ausland sagt, Warschau nutze die Reparationsforderungen als Kampfmittel: „Warschau rechnet ja nicht wirklich mit Reparationszahlungen, wenn es davon spricht. Für Polen ist das ein Instrument im Informationskrieg, im diplomatischen Kampf“, erklärt er.

Wiedergutmachung fordert Polen in regelmäßigen Abständen auch von Deutschland – wenn Berlin diesen Fall auch immer wieder für abgeschlossen erklärt. Auch diesmal haben Mosinskij und Jakij die Frage nach deutschen Reparationen aufgeworfen.

Hätte Polen nicht so viel Geld für den Wiederaufbau des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg aufbringen müssen, wäre Polen heute wirtschaftlich sehr viel weiter. „Polens Bürger würden das Doppelte verdienen“, sagte der Vize-Justizminister Jakij. „Die Verantwortung dafür trägt der deutsche Staat. Darüber gibt es keine Zweifel“, sagte er weiter.

Auch Polens Premierministerin Beata Szydlo hatte bereits Reparationsforderungen an die Bundesrepublik gerichtet: Sie sollen „eine Erinnerung an die Gerechtigkeit“ sein, „an das, was Polen zusteht“. Wer dies kritisiere, solle daran denken, „was in Polen während des Krieges geschah“."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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