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Bereits mehr als 700 Tote nach Unruhen in Kirgistan

Archivmeldung vom 15.06.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.06.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Karte von Kirgistan Bild: de.wikipedia.org
Karte von Kirgistan Bild: de.wikipedia.org

Im Süden Kirgistans sind bei den tagelangen Unruhen bisher mindestens 700 Menschen getötet worden. Im Süden des Landes kam es bereits vor einigen Tagen zu Auseinandersetzungen zwischen Kirgisen und Angehörigen der usbekischen Minderheit. Vor zwei Monaten ist es nach einem blutigen Machtwechsel zu Unruhen in der Ex-Sowjetrepublik gekommen.

Begonnen hatten die Auseinandersetzungen in der kirgisischen Stadt Osch. Die Aufständischen wollen die Übergangsregierung nicht akzeptieren. Das Rote Kreuz berichtete, dass zahlreiche Leichen ohne eine vorherige Identifizierung begraben worden waren. Nach der Tragödie rechnet man nun mit einer Massenflucht in der zentralasiatischen Region. Die Regierung Usbekistans schloss mittlerweile die Grenze zu Kirgistan. "Ab heute werden wir von der kirgisischen Seite keine Flüchtlinge mehr akzeptieren", so Vize-Ministerpräsident Abdullah Aripow. Inzwischen wird von insgesamt 100.000 Flüchtlingen gesprochen.

Nach Angaben der Regierung konnte ein Zeichen im Kampf gegen die Verbrecher gesetzt werden. Man habe einen Hauptverantwortlichen für die Unruhen festgenommen. Die Regierung gibt den Anhängern des Ex-Präsidenten Kurmanbek Bakijew für die Übergriffe die Schuld. In Russland wird entgegen erster Äußerungen nun doch über militärische Unterstützung nachgedacht, da die Kirgisen den Aufständischen selbst nicht mehr Herr würden.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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