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Herfried Münkler: Israel sollte auf Schläge gegen den Iran verzichten

Archivmeldung vom 19.04.2024

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.04.2024 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Herfried Münkler (Archiv, 2015)
Herfried Münkler (Archiv, 2015)

Von Heinrich-Böll-Stiftung from Berlin, Deutschland - Prof. Herfried Münkler, CC BY-SA 2.0, Link

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler rät Israel, auf militärische Schläge gegen den Iran zu verzichten und stattdessen eine strategische Allianz mit arabischen Staaten gegen das Regime in Teheran zu etablieren. "Israel hält da gerade gute Karten in der Hand. Ein Gegenschlag gegen den Iran würde diese Position gefährden", sagte Münkler im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Arabische Länder hätten geholfen, den iranischen Angriff abzuwehren. Die jetzige Unterstützung Israels durch arabische Staaten "gäbe die Grundlage einer strategischen Allianz gegen den Iran. Die könnte eine Grundlage dafür sein, das Problem der Palästinenser in geeigneter Form anzugehen", sagte Münkler weiter.

Der Politikwissenschaftler Münkler sprach der iranischen Führung ab, am Schicksal der Palästinenser in Gaza interessiert zu sein. Dem Iran gehe es nur um machtpolitische Interessen. "Der Iran hat sich als Schutzmacht der Palästinenser installiert, um Zugriff auf den gesamten Raum zu haben. Dem Iran geht es die politische und militärische Hegemonie", sagte Münkler der NOZ.

Der Berliner Historiker und Politikwissenschaftler ordnete die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine als Übergangsphase zu einer neuen Weltordnung mit mehreren Machtzentren ein. Die Zeit der USA als Ordnungsmacht gehe ihrem Ende entgegen, so die Einschätzung Münklers. "Die USA haben seit geraumer Zeit ein Empfinden dafür entwickelt, dass sie überfordert sind. Obamas Äußerung, man sei nicht zu einem gleichzeitigen machtpolitischen Engagement im atlantischen und pazifischen Raum in der Lage, hat das ja deutlich gemacht", sagte der Experte für internationale Politik.

Herfried Münkler sieht Europa vor der Notwendigkeit, sich als politischer Akteur neu zu erfinden. "Ich könnte mir vorstellen, dass die fünf Großen innerhalb der Europäischen Union, also das Weimarer Dreieck mit Deutschland, Frankreich und Polen plus Spanien und Italien eine eigene Institution bilden könnten. Diese fünf Staaten würden die Außen- und Sicherheitspolitik an sich ziehen, sich auf ein Mehrheitsprinzip verständigen und entsprechend agieren", skizzierte Münkler gegenüber der NOZ eine neue außenpolitische Handlungsfähigkeit der Europäischen Union.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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