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Grüne und Linke kritisieren Arbeitszeitreform in Österreich

Archivmeldung vom 02.05.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.05.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Warnen, kritisieren und Fingerzeig (Symbolbild)
Warnen, kritisieren und Fingerzeig (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Deutsche Parteien und Gewerkschaften haben die Pläne für eine Arbeitszeitreform in Österreich kritisiert. "Nicht einmal jeder Zweite ist bei uns heute mit seinem Arbeitszeitumfang zufrieden. Jeder Dritte möchte weniger arbeiten als bisher. Gleichzeitig wollen die meisten Beschäftigten mehr Selbstbestimmung, wenn es um die Arbeitszeit geht", sagte Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für Arbeitsnehmerrechte der Grünen-Fraktion, dem Nachrichtenportal T-Online.

Weiter sagte sie: "Die 60 Stunden Woche ist völliger Quatsch. Wer sich im 21. Jahrhundert und in Zeiten der Digitalisierung für eine Verlängerung der Arbeitszeiten ausspricht, verkennt die Realität. Es geht nicht um mehr Arbeitsstunden, sondern um weniger." Die meisten Beschäftigten seien nicht daran interessiert, künftig zwölf Stunden am Tag zu arbeiten, nur weil es der Wirtschaft in den Kram passt. Hintergrund ist, dass die österreichische Regierung ein Gesetz zur Arbeitszeitflexibilisierung auf den Weg bringen möchte, um den Zwölf-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche zu ermöglichen. Auch die Linke lehnt eine höhere Wochenarbeitszeit in Deutschland strikt ab. "Die hohen Exportzahlen zeigen, dass die deutsche Wirtschaft sehr wettbewerbsfähig ist. Vor diesem Hintergrund eine Diskussion über die Verlängerung von Arbeitszeiten zu führen, wäre absurd", sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann.

"Stattdessen sollten wir lieber darüber sprechen, dass die deutsche Wettbewerbsfähigkeit von vielen Beschäftigten mit niedrigen Löhnen bezahlt und es endlich Zeit für deutlichere Lohnsteigerungen wird." Auch in Deutschland hatten sich zuvor Stimmen gemehrt, die Veränderungen im deutschen Arbeitszeitrecht fordern. "Heutzutage gibt es die Möglichkeit, sich ab 15 Uhr um die Kinder zu kümmern und wenn diese im Bett sind, noch kurz ein paar E-Mails zu bearbeiten", sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer. "Notwendig ist also zweifelsohne die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes, damit die Menschen selbst entscheiden können, wann sie wie und von wo arbeiten."

Die FDP fordert mehr Flexibilität und brachte bereits im März den Gesetzesentwurf zu einer 48-Stunden-Woche im Bundestag ein. Dies würde laut den Liberalen auch den Arbeitnehmern zugutekommen. "Am Gesetzgeber sollte die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht scheitern", so Theurer. Eine größere Flexibilität fordert auch die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag: "Wir werden in Deutschland den Tarifpartnern die Möglichkeit geben, durch Tarifverträge mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit einzuräumen", sagte Peter Weiß, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der Unions-Bundestagsfraktion. "Der Wunsch nach Flexibilität und der Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer müssen gegeneinander abgewogen werden. Das geht nur, wenn auf gleicher Augenhöhe verhandelt wird."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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