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20.000 Mädchen werden täglich illegal verheiratet

Archivmeldung vom 11.10.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.10.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Diamila* (38), Mariama* (42), Hamdila* (23), Daba* (23), Fatima* (23) – from left to right
Diamila* (38), Mariama* (42), Hamdila* (23), Daba* (23), Fatima* (23) – from left to right

Bild: Delphine Diallo / Save The Children

Jedes Jahr werden weltweit 7,5 Millionen Mädchen illegal frühverheiratet - das sind 20.000 pro Tag. Weitere 100 Millionen Mädchen haben in ihren Heimatländern überhaupt keinen rechtlichen Schutz vor einer Kinderehe. Diese erschreckenden Zahlen bringt eine neue Studie von Save the Children und der Weltbank zum internationalen Mädchentag ans Licht.

"Viele frühverheiratete Mädchen sind Gewalt und Missbrauch ausgesetzt, zudem werden sie ihrer Bildungs- und Entwicklungschancen beraubt - das muss ein Ende haben", fordert Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland. "Kinderehen abschaffen heißt vor allem auch Geschlechtergerechtigkeit schaffen", so Krüger. "Solange Kinderehen existieren, werden Mädchen niemals die gleichen Chancen haben wie Jungen."

Fortschritte sind zumindest in der Gesetzgebung einiger Länder zu erkennen. Zwischen 2015 und 2017 haben neun Staaten entweder das Mindestalter oder bisherige Ausnahmeregelungen aufgehoben, etwa bei Einverständnis der Eltern. Von einer konsequenten Umsetzung solcher Gesetze sind viele Länder aber noch weit entfernt. Trauriges Zeugnis davon: Von allen Frühehen weltweit wurden zwei Drittel gegen bestehende Gesetze geschlossen.

Gründe für die schleppende Umsetzung liegen unter anderem in widerstrebenden nationalen, gewohnheitsrechtlichen und religiösen Gesetzen sowie tiefverwurzelten Traditionen und deren Unterstützung durch lokale Machthaber. "Gesetze allein sind nicht ausreichend. Es gilt im Namen aller Mädchen auf wirkliche Veränderungen hinzuarbeiten", fordert Susanna Krüger.

Hoffnung setzt Save the Children unter anderem auf eine Konferenz zur Abschaffung von Kinderehen, die vom 23. bis 25. Oktober im Senegal stattfindet. Dort versammeln sich Regierungsvertreter, religiöse Anführer, Kinderrechtsorganisationen, Jugendliche und UN-Agenturen, um Lösungen zur Abschaffung von Kinderehen zu diskutieren. In vielen Ländern West- und Zentralafrikas sind Mädchen besonders stark betroffen, 1,7 Millionen illegale Kinderehen gibt es hier insgesamt.

"Mit unserer Studie belegen wir die Dringlichkeit unserer Forderungen", betont Susanna Krüger. "Das Mindestalter von Ehen muss weltweit auf 18 angehoben, Ausnahmeregelungen abgeschafft werden."

Zusatzmaterial:

Downloadlink zur Studie und zu Statistiken ausgewählter Länder: http://bit.ly/2yCe2Si

Quelle: Save the Children Deutschland e.V. (ots)

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