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Erneut zwei Minenräumer von medico-Partnerorganisation in Afghanistan ermordet

Archivmeldung vom 11.10.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.10.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Jens Brehl

Mit Entsetzen reagiert die Frankfurter Hilfsorganisation medico international auf die Benachrichtigung ihres afghanischen Projektpartners Mine Detection and Dog Center (MDC), dass erneut zwei ihrer Minenräumer im Südosten Afghanistans ermordet wurden.

Bereits Anfang August wurden drei lokale Mitarbeiter der medico-Partnerorganisation von bewaffneten Aufständischen umgebracht. Nach weiteren Überfällen hatte MDC daraufhin die Minenräumung in der Region um Kandahar eingestellt und die dort tätigen Mitarbeiter nach Kabul zurückbeordert. Auf dem Rückweg von Kandahar nach Kabul am 19. September wurde die letzte Gruppe des MDC-Konvois von einer bewaffneten Talibangruppe angegriffen.

Im Laufe einer Schießerei zwischen dem Begleitschutz des MDC-Konvois und Einheiten der Taliban wurden zwei Minenräumer entführt. Nach dem Eingreifen der afghanischen Armee mussten die Taliban einen verletzten Kämpfer zurücklassen, der in ein Armeekrankenhaus eingeliefert wurde. Aufgrund der Kürze des Ultimatums der Taliban war jedoch kein Austausch mit den beiden Geiseln möglich, woraufhin die beiden Minenräumer Haji Akhtar Mohammad und Akhtar Mohammad von ihren Entführern ermordet wurden. Ihre Leichen wurden am 6. Oktober in der Provinz Zabul in einem Straßengraben gefunden, berichtet Shah Wali Ayubi von MDC aus Afghanistan.

Seit Juni wurden die Minenräumer von MDC insgesamt 7-mal gezielt angegriffen. Zuletzt wurde am 6. Oktober in der Provinz Logar ein Minenräumteam überfallen und der Krankenwagen geraubt. Seit dem Beginn ihrer Arbeit in den 90er Jahren hat MDC nicht unter so gefährlichen Bedingungen arbeiten müssen wie gegenwärtig.

medico-Geschäftsführer Thomas Gebauer erläutert: "Die Vermischung von ziviler Hilfe und militärischen Einsätzen macht unsere Projektpartner verstärkt zur Zielscheibe. Helfer und ausländische Soldaten verschmelzen in der Wahrnehmung der Bevölkerung. Die Folge sind tödliche Angriffe mit Opfern vor allem unter den lokalen Mitarbeitern der Hilfswerke." Es steht zu befürchten, dass Minen in Afghanistan nur noch sehr eingeschränkt geräumt werden können. Dies erhöht die Gefahr von weiteren Minenunfällen und verhindert damit die Rückkehr zum Alltagsleben. medico international unterstützt unter anderem mit den Mitteln des Auswärtigen Amtes seit 2002 die Arbeit des afghanischen Mine Detection and Dog Center.

Quelle: Pressemitteilung medico international


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