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Im Visier der NATO – Die Beitrittspläne von Schweden und Finnland

Archivmeldung vom 19.04.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.04.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Finnland ganz auf EU-Schiene, strebt raschen NATO-Beitritt an Bild: Screenshot YouTube / UM / Eigenes Werk
Finnland ganz auf EU-Schiene, strebt raschen NATO-Beitritt an Bild: Screenshot YouTube / UM / Eigenes Werk

Schweden und Finnland diskutieren derzeit einen Beitritt zur NATO. Ein solcher Schritt wäre unvernünftig und würde den eigentlichen Interessen dieser Länder widersprechen, meint die russische Journalistin Tina Kandelaki im Magazin "RT DE".

Weiter berichtet Kandelaki  auf RT DE: "Lassen Sie uns das Offensichtliche feststellen: Seit der Kubakrise war das Verhältnis zwischen der NATO und Russland noch nie so angespannt.

Hierzu sollte angemerkt werden, dass es erhebliche Unterschiede zwischen der NATO von 1962 und der NATO von heute gibt. Unter Verletzung aller Versprechen hat diese sogenannte "Verteidigungsallianz" Russland entlang seiner kompletten Ostflanke umstellt und hätte um eine Haaresbreite die Ukraine an sich gerissen.

Waffenkredite im Wert von Hunderten von Milliarden US-Dollar, die wir jetzt in der Ukraine beobachten, sind die Zukunft, die jetzt schon eingetreten ist. Hätte Russland seinen Militäreinsatz nicht begonnen, hätte das Kiewer Regime einen Krieg im Donbass angezettelt und es wäre dennoch zu einer Konfrontation mit dem Westen gekommen. Es spielt keine Rolle, ob es einen Monat früher oder später passiert wäre. Allenfalls wären wir schlechter darauf vorbereitet.

In Europa gibt es immer noch Länder, die von den USA und Großbritannien nicht durch militärische Erschließung kolonisiert sind. Schweden bewahrt seine Neutralität seit 200 Jahren, Finnland seit seiner Unabhängigkeit.

Im Jahr 2020 kündigte Stockholm an, dass bis 2025 seine Verteidigungsausgaben elf Milliarden US-Dollar pro Jahr erreichen sollen. Schweden hat eine starke Flotte, die uns weit mehr bedroht als andersherum.

Dennoch ist ihre Rhetorik die gleiche wie bei anderen Europäern: Der russische Bär habe seine Krallen gezeigt und nun sei es an der Zeit, Schützengräben auszuheben.

Schwedens Verteidigungsausgaben liegen bei 1,1 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts. Die Behauptung, das Land könne in nächster Zeit der NATO beitreten, ist unvernünftig. Im Falle eines Beitritts wird Schweden nicht sicherer werden. Ganz im Gegenteil, denn gegenwärtig ist das Land von den russischen Atomstreitkräften nicht bedroht. Sobald es aber Teil der Allianz wird, werden alle seine Städte ins Visier genommen. Zusätzlich werden die Verteidigungsausgaben steigen. Denn die USA, der Hauptsponsor der NATO, fordern, mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts dafür auszugeben. In Schweden sind die Steuern auch so bereits hoch genug, und ein Teil davon würde dann nicht mehr für Sozialleistungen ausgegeben werden, sondern für Stahlhelme und Feldspaten, die ohnehin niemanden retten können.

Alles oben Angeführte gilt auch für Finnland, das ebenfalls die US-amerikanische Uniform anprobiert.

Ich kann nachvollziehen, dass Finnlands 36-jährige Premierministerin Sanna Marin wenigstens irgendwie in die Geschichte eingehen möchte, doch ist dies eine weitere unvernünftige Entscheidung. Finnlands Verteidigungsbudget beträgt etwa fünf Milliarden US-Dollar. Dabei werden nach einem NATO-Beitritt die Risiken denen des westlichen Nachbarn gleichen.

Der Westen ist gerade dabei, impulsive und hektische politische Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die nicht den Interessen der Völker entsprechen. Die EU, die USA und Großbritannien behandeln Russland wie ein ungezogenes Kind. Aber auch dieser Spuk wird vorbeigehen. Wir werden uns daran gewöhnen, durchatmen und entspannen müssen. Warten wir."

Quelle: RT DE

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