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DIW-Chef Fratzscher: Auch nach Ende der Hilfeprogramme bleibt in Griechenland noch viel zu tun

Archivmeldung vom 20.08.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.08.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) Bild: Marcel Fratzscher
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) Bild: Marcel Fratzscher

Auch nach dem Ende der internationalen Hilfeprogramme gibt es in Griechenland nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) "noch viel zu tun". DIW-Chef Marcel Fratzscher sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Die größte Schwäche Griechenlands sind die schlechten Institutionen. Diese Reformen werden noch viele Jahre andauern und wir dürfen nicht erwarten, dass Griechenland bald zum Musterschüler Europas wird."

Fratzscher sagte voraus, Griechenland werde auch in Zukunft Unterstützung von seinen europäischen Partnern benötigen. "Ich erwarte jedoch, dass durch die großzügige Schuldenumstrukturierung Griechenland in den kommenden Jahren keine weiteren Gelder von Europa benötigen wird." Erfolgreiche Reformen erfordern nach den Worten des DIW-Chefs, dass die griechische Regierung endlich wieder mehr Eigenverantwortung übernimmt. "Daher ist das Ende der Hilfsprogramme gut und richtig."

An diesem Montag (20. August) endet das dritte Kreditprogramm des Euro-Rettungsschirms ESM für Athen. Angesichts eines drohenden Staatsbankrotts hatte das Land Hilfen von den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten. Insgesamt flossen dem ESM zufolge rund 289 Milliarden Euro nach Athen - im Gegenzug für Spar- und Reformmaßnahmen, darunter erhebliche Lohn- und Rentenkürzungen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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