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Merkel verurteilt Russlands Angriff und zeigt sich selbstkritisch

Archivmeldung vom 08.06.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.06.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Angela Merkel und Wladimir Putin (2018)
Angela Merkel und Wladimir Putin (2018)

Foto: Kremlin.ru
Lizenz: CC BY 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Bei ihrem ersten großen Auftritt nach ihrer Kanzlerschaft hat Angela Merkel (CDU) Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine scharf verurteilt, zeigte sich aber auch selbstkritisch.

"Es ist einfach nicht gelungen, eine Sicherheitsarchitektur zu schaffen, um das zu verhindern. Eines will ich nochmal ganz klar sagen: Der Überfall auf die Ukraine findet keinerlei Rechtfertigung. Es ist ein brutaler, völkerrechtswidriger Angriff, für den es keine Entschuldigung gibt", sagte Merkel im Gespräch mit dem "Spiegel"-Journalisten Alexander Osang.

Der russische Präsident Wladimir Putin habe ihr 2007 gesagt, dass für ihn der Zerfall der Sowjetunion die schlimmste Sache des 20. Jahrhunderts gewesen sei. Für sie sei es aber die größte Befreiung gewesen, so Merkel. Die ehemalige Kanzlerin erklärte, dass es nie wirklich gelungen sei, den Kalten Krieg zu beenden. "Ich hatte den Eindruck, dass ich mich während meiner gesamten Kanzlerschaft mit den Fragen zur ehemaligen Sowjetunion auseinandergesetzt habe", sagte Merkel.

Auf die Frage, ob sie Putin für berechenbar halte, sagte sie: "Man muss genau hinhören. Nach dem Vorfall auf der Krim mehr zu machen, war einfach nicht mehrheitsfähig, aber wir haben nicht nichts getan. Russland flog beispielsweise aus der G8. Ich habe gesagt, ihr wisst, dass er Europa zerstören will. Aber ich konnte nicht so tun, als würde es ihn nicht geben." Sie frage sich, ob man noch mehr hätte tun können, um eine solche "Tragik" zu verhindern. Angela Merkel war vom 22. November 2005 bis zum 8. Dezember 2021 Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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