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Behinderte Menschen sind die vergessenen Opfer im Nahost-Konflikt

Archivmeldung vom 24.07.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.07.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Getroffenes Haus im Gaza-Streifen
Getroffenes Haus im Gaza-Streifen

Foto: Muhammad Sabah
Lizenz: CC-BY-4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Lage für die Menschen im Gazastreifen wird immer dramatischer. Das gilt ganz besonders für behinderte Menschen in der Krisenregion. Darauf hat jetzt die Christoffel-Blindenmission (CBM) hingewiesen. CBM-Geschäftsführer Dr. Rainer Brockhaus appelliert: "Das Töten im Gaza-Streifen muss ein Ende haben. Es gibt einfach zu viele Opfer in der Zivilbevölkerung!" Menschen mit Behinderungen seien dabei besonders gefährdet. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben in der Westbank, in Ost-Jerusalem und im Gaza-Streifen mindestens 110.000 Menschen mit einer Behinderung. Sie können sich in einer Krisensituation oftmals nicht schnell genug in Sicherheit bringen.

Dr. Rainer Brockhaus: "Durch eine körperliche Beeinträchtigung sind behinderte Menschen oft nicht schnell genug. Auf der Flucht verlieren viele ihre Gehhilfe, ihr Hörgerät oder ihre Brille. Gleichzeitig verursacht ein solcher bewaffneter Konflikt häufig erst eine Behinderung." Behinderungen entstünden, weil Menschen bei Angriffen verletzt werden und es zu wenig oder nicht rechtzeitig medizinische Versorgung gibt.

Der CBM-Partner Atfaluna hat aufgrund der unsicheren Lage seine Arbeit vorübergehend einstellen müssen. Atfaluna ist das größte und wichtigste Gehörlosenzentrum im Gaza-Streifen. Fast 400 Mädchen und Jungen besuchten 2013 die Schule und 180 junge Erwachsene wurden in verschiedenen Handwerksberufen - wie zum Beispiel im Möbelbau, Töpfern oder Weben - ausgebildet. Ohne diese Unterstützung hätten hörgeschädigte Menschen keine Chance, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, denn die wirtschaftliche Lage im Gazastreifen ist sehr schlecht. Das Zentrum wurde 1992 von der "Atfaluna Society for Deaf Children" gegründet. Die CBM arbeitet seit 1994 mit der Organisation zusammen.

Quelle: Christoffel Blindenmission e.V. (ots)

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