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G7-Beobachter Rainer Falk: Entwicklungspolitik ist nur das Feigenblatt

Archivmeldung vom 05.06.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.06.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Tagungsort Schloss Elmau
Tagungsort Schloss Elmau

Foto: Schloss Elmau
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die von den G7-Staaten angekündigte Initiative zur Hungerbekämpfung ist nach Ansicht des Soziologen Rainer Falk wenig überzeugend. "Die Nahrungsmittelinitiative der G7 ist im Wesentlichen eine Initiative, den Weg für Investitionen der großen Agrarkonzerne in die Agrarsektoren des Südens offenzuhalten bzw. zu befördern", sagte Falk der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland" (Wochenendausgabe).

Auch dem Vorhaben, Umwelt- und Sozialstandards bei der Produktion und in den Lieferketten von Kleidung, Lebensmitteln und anderen Produkten durchzusetzen, schenkt der langjährige Beobachter von G7/G8-Gipfeln wenig Glauben: "Was man bräuchte, wären verbindliche Standards und keine feierlichen Absichtserklärungen." Beim Gipfel im bayerischen Elmau an diesem Wochenende stünden sicherheitspolitische und geostrategische Aspekte im Vordergrund. Alle Themen entwicklungspolitischer Natur seien nur Beiwerk, "man könnte auch von Feigenblatt-Themen sprechen". Elmau werde voraussichtlich vor allem ein Zeremonien-Gipfel mit hohen Kosten, mit einem enormen Aufwand an Sicherheitsmaßnahmen, mit Restriktionen für die Demonstrationsfreiheit und die freie Meinungsäußerung, so Falk.

Kritik übt er am Ausschluss Russlands: "Mit dem Rausschmiss Russlands aus der alten G8 ist ein ziemlich deutliches Signal verbunden - nämlich dass der Westen zu gemeinsamer Sicherheit mit Russland nicht mehr bereit ist. Es gibt aber keine Sicherheit in Europa ohne gemeinsame Sicherheit mit Russland." Der Herausgeber des Informationsbriefs Weltwirtschaft & Entwicklung sieht die G7 "eindeutig auf dem absteigenden Ast, und die Frage ist, wie viel Kraft man darin investieren sollte. Mein Vorschlag ist: Vergesst G7!"

Quelle: neues deutschland (ots)

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