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Griechenland-Rettung: Ex-EZB-Chefvolkswirt zieht gemischte Bilanz

Archivmeldung vom 20.08.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.08.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Jürgen Stark (2013)
Jürgen Stark (2013)

Foto: Kandschwar
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, hat nach dem Ende des Hilfsprogramms für Griechenland eine gemischte Bilanz gezogen. Er habe eine gewisse Skepsis, ob sich Griechenland über die nächsten Jahrzehnte unfallfrei in diesem Prozess wiederfinden werde, sagte Stark am Montag im Deutschlandfunk. Die EZB habe sich inzwischen als "politischer Spieler" etabliert und ihre Rolle verstärkt, "indem sie Staatspapiere kauft [...] und damit auch die Märkte verzerrt".

Dadurch seien die notwendigen Reformen "nicht mit der notwendigen Geschwindigkeit und der notwendigen Härte durchgeführt worden". Dies sei ein "`Moral Hazard`, moralisches Fehlverhalten der Mitgliedsstaaten", so Stark. In Griechenland selbst hätte man damals einen Schuldenschnitt durchführen müssen. Dieser sei zwei Jahre zu spät mit dem Ergebnis gekommen, "dass dann die gesamte Verschuldung Griechenlands letztendlich in den Händen der anderen Mitgliedsstaaten des Euroraums ist". Man habe zur Rettung Griechenlands alle Regeln geändert, da "fortgesetzt gegen den Maastricht-Vertrag verstoßen" worden sei. Die Reformliste sei trotz allen Anstrengungen noch lange nicht abgearbeitet, die Verschuldung nach wie vor hoch, sagte der Ex-EZB-Chefvolkswirt weiter.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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