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US-Botschafter Emerson: "Zugang zu Kriegswaffen einschränken"

Archivmeldung vom 15.06.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.06.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
John B. Emerson
John B. Emerson

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der US-Botschafter in Berlin, John B. Emerson, hat als Konsequenz aus dem Terroranschlag in Orlando schärfere Waffengesetze für die USA gefordert, aber gleichzeitig vor Überreaktionen des Rechtsstaats gewarnt. "Wir brauchen eine Diskussion im ganzen Land, um sicherzustellen, dass niemand einen leichten Zugang zu Kriegswaffen hat. Ich habe keinen Zweifel, dass dies eines der großen Themen im amerikanischen Wahlkampf sein wird", sagte Emerson den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Der Attentäter von Orlando, der beim Angriff auf einen Nachtclub für Schwule und Lesben am Sonntag 49 Menschen tötete, hatte außer Handfeuerwaffen auch das Sturmgewehr vom Typ AR-15 legal gekauft. Der freie Erwerb von Waffen ist in den USA heiß umstritten und wird vor allem von den Republikanern befürwortet. Nach den Anschlägen von Paris, San Bernardino, Brüssel und Orlando habe der Terror eine neue Qualität bekommen, erklärte der US-Diplomat, der 2013 von Präsident Barack Obama zum Botschafter in Berlin ernannt worden war. "Der Angriff auf eine bestimmte Gruppe, insbesondere die Schwulen und Lesben, ist aber ein neues Element in diesem Terrorismus."

Es gebe kein Patentrezept gegen terroristische Einzeltäter, betonte Emerson. "Ich glaube nicht, dass wir uns schützen können, indem wir unsere Gesellschaft militarisieren, unsere Freiheiten abschaffen oder alle Bürger mit Waffen ausstatten, wie einige dies in den USA vorschlagen." Ein "totaler Überwachungsstaat" sei indiskutabel. "Wo mehr Freiheit herrscht, gibt es leider auch Nischen für Terrorismus", so Emerson. Man könne Verdächtige nicht permanent ins Gefängnis stecken.

Der US-Botschafter forderte eine verstärkte Sozialarbeit, um zu verhindern, dass Menschen in den Terror abgleiten. "Wir müssen in Milieus gehen, die zur Radikalisierung neigen. Wir müssen mit Familienangehörigen, Lehrern und Leuten des jeweiligen Ortes zusammenarbeiten, die frühe Anzeichen von Radikalisierung erkennen", so Emerson.

Der Botschafter glaubt nicht, dass ein Angst-Wahlkampf in Amerika Erfolg haben könnte. "Unsere Nation blüht immer dann auf, wenn Leute zusammenkommen, nicht wenn Spaltung betrieben wird." Der republikanische Kandidat Donald Trump hatte nach dem Anschlag von Orlando erneut ein Einreiseverbot für Muslime verlangt.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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