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NRW-Europaminister wirft Salvini "zynisches Machtspiel" vor

Archivmeldung vom 10.08.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.08.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Stephan Holthoff-Pförtner
Stephan Holthoff-Pförtner

Bild: Eigenes Werk /OTT

Die NRW-Landesregierung hat die politischen Entwicklungen in Italien als "zynisches Machtspiel" kritisiert. Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner nahm damit Bezug auf die Ankündigung des italienischen Lega-Chefs Matteo Salvini, Neuwahlen herbeizuführen, um selbst Regierungschef zu werden.

Der CDU-Politiker sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger": "Hierzu fällt mir ein Zitat von Karl Popper ein: »Wir können wieder zu Bestien werden. Aber wenn wir Menschen bleiben wollen, dann gibt es nur einen Weg, den Weg in die offene Gesellschaft.« Ich hoffe, dass Italien auf diesen Weg zurückkehrt."

Holthoff-Pförtner kritisierte zudem das von dem Rechtsnationalisten auf den Weg gebrachte Gesetz, das harte Strafen für Seenotretter vorsieht, die Flüchtlinge nach Italien bringen. Salvinis hatte dazu gesagt, die Muttergottes habe das Gesetz möglich gemacht. "Als gläubigen Christen beschämt mich der Dank an die Muttergottes für die Durchsetzung seines Sicherheitsdekrets und der Kriminalisierung der Seenotrettung zutiefst", sagte Holthoff-Pförtner der Zeitung. Auch die Heilige Familie habe in Ägypten Zuflucht vor der Verfolgung durch König Herodes gefunden. "Die Politik des italienischen Innenministers steht im klaren Widerspruch zum zentralen Gebot unseres Glaubens, der Nächstenliebe", sagte der Minister. "Wir dürfen Humanität nicht dem Populismus opfern." Klar sei aber auch , dass die EU die Mittelmeerstaaten nicht mit den Herausforderungen durch Flucht und Vertreibung alleine lassen dürfe. Als Wertegemeinschaft müsse sie sich für eine abgestimmte Verteilung der Flüchtlinge einsetzen. Die sei eine zentrale Aufgabe der neuen EU-Kommission.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)

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