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Schuldenreport 2015: Neue Schuldenkrisen drohen

Archivmeldung vom 27.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Frank Mischo, Dr. Kathrin Berensmann, Kristina Rehbein. Foto: Angelika Böhling/Kindernothilfe
Frank Mischo, Dr. Kathrin Berensmann, Kristina Rehbein. Foto: Angelika Böhling/Kindernothilfe

Vielen Staaten im Globalen Süden drohen Schuldenkrisen. Die betroffenen Länder stehen dann vor den gleichen Herausforderungen wie überschuldete Staaten in den 1980er Jahren oder Griechenland heute. Wie die Schuldner und Gläubiger auf die Gefahr reagieren, zeigt der Schuldenreport 2015, den erlassjahr.de und die Kindernothilfe heute in Berlin vorgestellt haben.

Laut Dr. Kathrin Berensmann, senior economist in der Abteilung Weltwirtschaft und Entwicklungsfinanzierung des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik und Gastautorin des Schuldenreports, laufen viele Länder schon in naher Zukunft Gefahr, in dramatische Schuldenkrisen zu geraten: "In einem Umfeld des billigen Geldes hat die Kreditaufnahme der Entwicklungsländer zugenommen. Es besteht die Gefahr, dass Anschlussfinanzierungen nur zu hohen Kosten oder gar nicht möglich sind. Neue Schuldenkrisen sind dann die Folge."

Frank Mischo, Experte für Staatsverschuldung bei der Kindernothilfe, befürchtet, dass dadurch Entwicklungserfolge zunichte gemacht werden: "In Ghana zeigen sich bereits die ersten Anzeichen einer neuen Schuldenkrise. Dies gefährdet die erreichten Entwicklungsfortschritte, wie etwa die Halbierung der Armut im Rahmen der Millenniumsziele."

Im September 2014 haben die Vereinten Nationen eine Resolution zur Schaffung eines Rechtsrahmens für die schnelle und effektive Lösung von Schuldenkrisen verabschiedet. "Die Resolution wurde von den Entwicklungs- und Schwellenländern in der UNO eingebracht und durchgesetzt. Sie zeigt eindeutig, dass der Globale Süden genug hat von ineffizienten gläubigerdominierten Verfahren", sagt Kristina Rehbein vom deutschen Entschuldungsbündnis erlassjahr.de.

Als eines von elf reichen Ländern hat Deutschland gegen die Resolution gestimmt. Rehbein fordert die Bundesregierung auf, sich an den Verhandlungen zu beteiligen, die in dieser Woche mit dem zweiten Treffen des Ad-hoc-Komitees weitergehen: "Wir dürfen nicht hinnehmen, dass zukünftige Krisen wieder über Jahre hinweg verschleppt werden und Millionen Menschen die Chance auf ein Leben in Würde nehmen."

Fester Bestandteil des Schuldenreports ist auch die Übersicht zu verschuldeten Entwicklungs- und Schwellenländern sowie zur Rolle Deutschlands als Gläubiger. Auch der neuen Regierung Griechenlands und ihren Möglichkeiten zur Lösung der dortigen Krise widmet der Schuldenreport 2015 einen Artikel.

Download des Schuldenreports

Quelle: Kindernothilfe (ots)

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