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US-Ökonom warnt vor einem weiteren "verlorenen Jahrzehnt in Europa"

Archivmeldung vom 06.10.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.10.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Lupo / pixelio.de
Bild: Lupo / pixelio.de

Der US-Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz attackiert die Bundesregierung für ihre Europapolitik. Der von Bundeskanzlerin Angela Merkel für Europa verordnete Sparkurs sei "gescheitert", sagte Stiglitz in einem Interview mit dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). "Europa hat schon ein verlorenes Jahrzehnt erlitten und es droht ein weiteres, wenn sich nichts ändert."

"Hohe Arbeitslosigkeit, niedrigere Löhne und geschwächte Sozialsysteme –- all das wurde im Namen der Euro-Rettung in Kauf genommen", sagte Stiglitz. Er forderte eine vollständige "Bankenunion mit gemeinsamer Einlagensicherung", einen gemeinsamen Solidaritätsfonds und eine "gemeinsame Schuldenaufnahme", also eine Art Eurobonds. Deutschland müsse als größte Volkswirtschaft in Europa am Ende ohnehin die Rettungskosten tragen. Eine Einführung von Eurobonds sei der günstigere Weg.

Außerdem warnte Stiglitz vor der wachsenden Ungleichheit in den Gesellschaften infolge der ultralockeren Geldpolitik. Diese Geldpolitik treibe die Aktienmärkte ständig auf neue Hochs, wovon "vor allem die Reichen profitieren", so Stiglitz. "Aus diesem Grund plädiere ich dafür, dass die Fiskalpolitik den entscheidenden Beitrag zur Überwindung der Krise leisten muss. Denn sie kann viel zielgerichteter sein als die Geldpolitik", sagte Stiglitz.

Wirtschaftsforscher erwarten moderate Erholung in Eurozone

Die Wirtschaftsleistung des Euroraums dürfte nach Ansicht von Wirtschaftsforschern im vierten Quartal moderat um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen. Auch im abgelaufenen dritten Quartal gehen die drei Forschungsinstitute aus Deutschland, Frankreich und Italien (Ifo, Insee, Istat) nur von einer Zunahme um 0,2 Prozent aus, teilten sie am Montag mit.

Die geopolitischen Unwägbarkeiten belasteten weiterhin das Vertrauen der Wirtschaftsakteure. Für das Gesamtjahr 2014 sei ein Wachstum von 0,8 Prozent zu erwarten. Erst im ersten Quartal 2015 sei mit einer leichten Beschleunigung des Wachstums auf 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu rechnen, so die Wirtschaftsforscher weiter.

Unter der Annahme, dass der Ölpreis im Prognosezeitraum um 97 Dollar pro Fass und der Wechselkurs um 1,28 Dollar je Euro schwanken werden, werde die Inflationsrate in den kommenden zwei Quartalen nur leicht zulegen und weiterhin unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp unterhalb zwei Prozent verharren.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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