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Deutsche Polizeibehörden unterstützen Österreich bei "Ibiza"-Affäre

Archivmeldung vom 11.05.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.05.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Echte Polizisten oder doch Trickbetrüger? Eine Uniform macht noch lange keinen echten Polizeibeamten aus!
Echte Polizisten oder doch Trickbetrüger? Eine Uniform macht noch lange keinen echten Polizeibeamten aus!

Bild: Polizei

Mehrere Polizeibehörden in Deutschland unterstützen die österreichische Justiz bei der Aufklärung der sogenannten "Ibiza"-Affäre, die vor einem Jahr zum Sturz der Regierungskoalition von ÖVP und FPÖ führte. Das geht aus Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Wien hervor, über die die "Welt am Sonntag" berichtet.

Hauptverdächtiger des unter dem Aktenzeichen 711 St 1/19v geführten Verfahrens ist demnach der Österreicher Julian H., der vor einem halben Jahr seinen Wohnsitz nach Berlin verlagert hat. Polizeidienststellen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin haben in diesem Fall Amtshilfe geleistet. Sie führten Finanzermittlungen durch, übermittelten Funkzellendaten, verifizierten Flugbuchungen und veranlassten Hausdurchsuchungen. Ein Münchner Fahnder sagte, das bayerische Landeskriminalamt sei nach wie vor mit Julian H. befasst: "Das ist ein hochsensibler Fall."

In Österreich hat die Soko "Tape" acht Beschuldigte identifiziert. Julian H. war anfangs Missbrauch von Tonaufnahmen und Urkundenfälschung vorgeworfen worden. Nun werde ihm auch das "Verbrechen der Erpressung" und das "Verbrechen des Suchtgifthandels" angelastet, schreibt die Zeitung. Die Verteidiger von H. bestreiten die Vorwürfe. Julian H. soll im Juli 2017 die damaligen FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus in eine Falle gelockt haben. In einer Finca auf Ibiza wurden die Politiker mit versteckter Kamera dabei gefilmt, wie sie einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte Angebote unterbreiteten, die den Eindruck der Korrumpierbarkeit erweckten. Im Mai 2019 zeigten "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel" Sequenzen der Aufnahmen, was eine der größten Staatskrisen in Österreich seit dem Zweiten Weltkrieg auslöste.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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