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Zeitung: Schuldenschnitt-Plan in Österreich erschüttert Vertrauen

Archivmeldung vom 07.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Hypo Alpe Adria Hauptsitz in Klagenfurt
Hypo Alpe Adria Hauptsitz in Klagenfurt

Foto: JJ55
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der sich abzeichnende Schuldenschnitt für Gläubiger der Kärntener Bad Bank Heta erschüttert zunehmend das Vertrauen in österreichische Anleihen. "Wie wir hören, verfolgen Investoren den Fall Heta sehr aufmerksam und sind bei Engagements in Österreich bereits deutlich vorsichtiger geworden", sagte Alexander Hendricks, ein leitender Bankenexperte bei der Ratingagentur Moody`s, der "Welt am Sonntag".

Nach Informationen der Zeitung prüfen mehrere deutsche Versicherer, Geld aus dem Alpenland abzuziehen. Man prüfe derzeit sowohl den Heta-Fall als auch das Österreich-Engagement, sagte etwa eine Sprecherin des drittgrößten deutschen Versicherers Talanx. "Obwohl österreichische Anleihen für uns kein generelles No-Go sind, bleiben wir aktuell beim Neuerwerb skeptisch. Inwiefern wir unsere dortigen Bestandsanlagen zurückfahren, werden wir nach Abschluss unserer Analysen entscheiden." Andere Versicherungsgesellschaften wollten sich dazu nicht offiziell äußern.

Die Heta verwaltet die Altbestände der Kärntener Skandalbank Hypo Alpe Adria. Anfang März hatte die österreichische Finanzmarktaufsicht ein Zahlungsmoratorium bei der Heta verhängt und einen Schuldenschnitt angekündigt. Dieser Schritt sorgte in der Finanzbranche vor allem deshalb für Empörung, weil das Bundesland Kärnten die Rückzahlung der Hypo-Anleihen eigentlich garantiert hatte. "Für einen großen Teil der Schulden von Heta hat Kärnten aber eine wirksame Garantie übernommen und es gab die berechtigte Erwartung, dass Österreich keines seiner Bundesländer hängen lässt. Einen Bruch dieses Vertrauens würde ich von einem Land wie Österreich, das sich bislang dem Stabilitätsgedanken verpflichtet gefühlt hat, nicht erwarten", sagte Philipp Waldstein, Geschäftsführer von MEAG, dem Vermögensverwalter des Versicherungskonzerns Munich Re.

Das Unverständnis der Geldgeber bekommt Österreich schon zu spüren. Zwar ist für die Bundesregierung in Wien das Schuldenmachen immer noch äußerst billig, zumal die Staatsanleihenkäufe der Europäischen Zentralbank derzeit ohnehin Unruhe auf diesem Markt verhindern. Anders sieht es bei den Bundesländern aus. "Kärnten kann sich bereits jetzt nicht mehr direkt am Kapitalmarkt finanzieren, für die anderen österreichischen Bundesländer dürfte das auf absehbare Zeit ebenfalls gelten", so Uwe Pyde, zuständiger Portfoliomanager beim unabhängigen Vermögensverwalter Bantleon. "Da ist zu viel Vertrauen bei den Investoren zerstört worden." Die Bundesländer könnten daher wie bereits Kärnten darauf angewiesen sein, sich über die Finanzierungsagentur des Bundes zu finanzieren, was in Österreich möglich ist.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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