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Kohl-Berater Teltschik kritisiert Merkels Russlandpolitik

Archivmeldung vom 09.03.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.03.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Horst Teltschik (2014), Archivbild
Horst Teltschik (2014), Archivbild

Foto: StagiaireMGIMO
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Horst Teltschik, wichtigster außenpolitischer Berater Helmut Kohls, wirft Kanzlerin Angela Merkel Führungsschwäche und Passivität gegenüber Russland und Frankreich vor. Im "Spiegel" erklärt Teltschik, Merkel sei "kein Mensch, der gern die Führung übernimmt".

Der Westen habe Russlands Präsidenten Wladimir Putin verprellt. Kohl hätte an Merkels Stelle versucht, eine "persönliche Beziehung" zu Putin aufzubauen. Ihre erfolgreiche Vermittlungspolitik in der Ukrainekrise würde doch zeigen: "Sie hätte viel mehr bewirken können, wenn sie gewollt hätte." Auch im Umgang mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron sieht Teltschik verpasste Chancen. Der Franzose sei ein "Glücksfall" für Deutschland.

Kohl wäre nach Macrons berühmter Rede über die Zukunft Europas "nach Paris gereist, hätte Macron umarmt und gesagt: ›Auf geht’s‹". Merkel hingegen liege Führung nicht. Teltschik zählte zwischen 1972 und 1990 zum engsten Kreis um Kohl und nahm als Leiter der außenpolitischen Abteilung im Kanzleramt an den Verhandlungen zur deutschen Einheit teil. Von 1999 bis 2008 führte Teltschik die Münchner Sicherheitskonferenz.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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