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Zypries plant 100-Millionen-Programm für Afrika

Archivmeldung vom 25.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Brigitte Zypries (2014)
Brigitte Zypries (2014)

Foto: User:Rob Irgendwer
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) will mit einem neuen, 100 Millionen Euro umfassenden Programm die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika unterstützen. Die Initiative "Pro!Afrika" solle den Weg für eine vertiefte Kooperation und mehr privatwirtschaftliches Engagement bereiten, Beschäftigungsperspektiven schaffen und damit auch der Migration in Richtung Europa entgegenwirken, heißt es in dem Afrika-Konzept des Wirtschaftsministeriums, aus dem die Zeitungen der Funke-Mediengruppe zitieren.

"Wir wollen mit unseren wirtschaftlich starken Partnern in Afrika gute Geschäftsbeziehungen auf Augenhöhe eingehen", sagte Zypries den Funke-Zeitungen. Das Programm hebe sich bewusst von herkömmlichen Konzepten ab: "Uns geht es nicht um Aufbauhilfe, Transferleistungen oder Entwicklungshilfe", sagte die Ministerin. "Uns geht es um gleichberechtigte Wirtschaftspartnerschaft mit den Ländern des afrikanischen Kontinents."

Das Programm, das Zypries in dieser Woche mit Spitzenverbänden der Wirtschaft beraten und dann offiziell vorstellen will, sieht vor allem die Ausrichtung vorhandener Instrumente auf Afrika vor: So sollen Hermes-Bürgschaften, mit denen der Bund Exportkredite absichert, für Afrika attraktiver gemacht werden. Vorgesehen ist der Ausbau der Außenhandelskammern und die Förderung von betrieblicher Ausbildung durch ein Fachkräfteprogramm. Im Ministerium soll ein "Afrika-Lotse" deutschen Unternehmen bei Fragen zum Engagement in afrikanischen Staaten beraten. Geplant ist auch der Aufbau eines Startup-Finanzierungsfonds, der in ausgewählten Städten Afrikas lokale Gründer mit deutschen Unternehmern vernetzen soll.

Zypries will aber auch gemischte Wirtschaftskommissionen mit afrikanischen Ländern einrichten, die Verwaltungspartnerschaft mit den Ländern Nordafrikas ausbauen und die Wirtschaftskompetenz in ausgewählten Botschaften Deutschlands verstärken. Zudem sollten afrikanischen Unternehmen fortschrittliche Management- und Kooperationskompetenzen vermittelt! werden, erklärte die Ministerin. Für das Programm wolle ihr Haus "2018 zusätzlich 100 Millionen Euro bereitstellen."

In dem Konzept wird betont, dass die wirtschaftlichen Verflechtungen Deutschlands mit Afrika schon jetzt sehr eng seien; das Handelsvolumen habe im vorigen Jahr rund 41 Milliarden Euro betragen. Zypries verwies darauf, dass die Verbreitung moderner digitaler Technologien in vielen Ländern Afrikas in rasantem Tempo voranschreite. "Wir starten deshalb eine neue Digitalisierungs- und Innovationspartnerschaft mit Afrika", sagte sie. Das Programm der Wirtschaftsministerin ist Teil einer neuen Strategie der Bundesregierung. Afrika ist bereits Schwerpunkt der deutschen G20-Präsidentschaft in diesem Jahr, für Mitte Juni ist ein "Afrika-Gipfel" in Berlin geplant.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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