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Bürgermeister Bukele: San Salvadors ist eine Hölle

Archivmeldung vom 11.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
San Salvador
San Salvador

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Mit mehr als 100 Morden pro 100.000 Einwohner ist San Salvador eine der gefährlichsten Städte der Welt. "Wenn eine Person eine andere ermordet, dann könnte man denken, dass diese Person gewalttätig ist oder vielleicht ein Soziopath. Aber wenn sich Tausende von Jugendlichen den Jugendbanden anschließen, den sogenannten pandillas, dann haben wir es nicht mehr mit einem Soziopathen zu tun, sondern mit einem sozialen Phänomen", sagte Nayib Bukele, der Bürgermeister San Salvadors, der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland".

"Wie viele Kinder reicher Eltern sind Mitglieder einer pandilla? Kein Einziges! Sind die Reichen also die besseren Menschen? Natürlich nicht. Die Jugendbanden sind ein soziales Phänomen, und die Gewalt ist eine Konsequenz daraus", ist sich der politische Quereinsteiger sicher. Der 35-Jährige hat ein Konzept: "Wir wollen, dass die öffentlichen Räume in der ganzen Stadt wieder attraktiv werden. Das wird uns zwar nicht in ein Land ohne Gewalt verwandeln, aber es ist ein erster Schritt." Seine Vorstellung einer starken Stadtverwaltung kommt nicht bei allen gut an: "In El Salvador gibt es eine Oligarchie, die seit der Kolonialzeit existiert. Wer gegen diese Kräfte kämpft, zahlt einen hohen Preis: politisch, ökonomisch und medial. Bisher haben wir dieses Problem gut in den Griff bekommen, und die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt uns."

Quelle: neues deutschland (ots)

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