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Gaza-Krieg 2014: Es gab keine sicheren Orte

Archivmeldung vom 21.01.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.01.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Gaza-Streifen Bild: UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs
Gaza-Streifen Bild: UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs

Der heute von der israelischen medico-Partnerorganisation "Ärzte für Menschenrechte" (PHR-IL) vorgestellte Bericht "No Safe Place" erhärtet den Verdacht, dass zahlreiche Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zu hohen Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung während des Gaza-Krieges im Sommer 2014 geführt haben.

Laut PHR-IL zeigt der Bericht "die Diskrepanz zwischen den Verlautbarungen des Militärs Menschenleben zu schonen und dem Vorgehen während der Kämpfe, welches zu tausenden Verletzen und Toten führte, da es keinen sicheren Zufluchtsort für die Bewohner des Gazastreifens gab."

Der Bericht wurde, in Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorganisationen aus Israel und dem Gazastreifen, von acht Gesundheitsexperten verfasst. Es ist die einzige internationale, unabhängige Untersuchungsgruppe, denen die israelischen Behörden die Einreise in den Gazastreifen während des Krieges erlaubten, um medizinische und gesundheitsbezogene Informationen zu sammeln.

Anhand zahlreicher Beispiele verdeutlicht der Bericht, warum so viele Zivilisten durch die Militäroffensive ums Leben kamen: Versagen des Vorwarnsystems, fehlende Fluchtwege, Zusammenbruch des Evakuierungsmechanismus für Verwundete und Angriffe auf Rettungskräfte.

Verantwortlich für eine hohe Zahl von Opfern sind sog. "Doppelschläge", bei denen nach einem Angriff die zu Hilfe eilenden Verwandten und Rettungskräfte von nachfolgendem Beschuss getroffen werden.

Außerdem stellen die Experten das Versagen des Koordinierungsmechanismus zwischen der israelischen Armee, dem Roten Kreuz und dem Palästinensischen Roten Halbmond fest. Durchschnittlich vergingen zehn Stunden bis zur Bergung der Verletzten. Vielfach wurde sie gänzlich unmöglich gemacht. In extremen Fällen, wie bei den Angriffen auf Khuza'a in der Nähe von Khan Younis, nahm die Koordination bis zu acht Tage in Anspruch.

Viele Zeugenaussagen dokumentieren Angriffe auf medizinische Einrichtungen und Rettungskräfte, obwohl das palästinensische Gesundheitsministerium die Kennzeichnungen von Krankenwagen und medizinischen Teams, sowie die Koordinaten der Gesundheitseinrichtungen an die israelischen Armee übermittelte.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation und des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden 23 medizinische Fachkräfte getötet und 83 weitere verletzt. 45 Krankenwagen, 17 Krankenhäuser und 56 Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt oder zerstört.

Die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international fordert deshalb weitere unabhängige Untersuchungen. Die israelische Armee könne dies, aufgrund der eigenen Verwicklung nicht unvoreingenommen tun. "Israel sollte der Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates eine ungehinderte Arbeit ermöglichen und den Experten die Einreise nach Israel und Gaza gestatten", sagt Riad Othman, medico-Repräsentant in Israel und Palästina.

Den vollständigen Bericht "No Safe Place" (engl. 237 Seiten) finden Sie als PDF unter: www.medico.de/gazaNoSafePlace

Quelle: medico international (ots)

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