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Flüchtlingskrise: IWF bringt Lockerung der Sparauflagen für Athen ins Gespräch

Archivmeldung vom 29.03.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.03.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Karl-Ludwig Poggemann, on Flickr CC BY-SA 2.0
Bild: Karl-Ludwig Poggemann, on Flickr CC BY-SA 2.0

Der Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), Maurice Obstfeld, hat eine vorübergehende Lockerung der Sparauflagen für Griechenland ins Spiel gebracht. "Kurzfristig kann es wegen der Flüchtlingskrise sicher etwas Flexibilität bei den Haushaltszielen geben", sagte er im Interview mit dem "Handelsblatt".

Letztlich führe an Einsparungen und Reformen aber kein Weg vorbei, auch der umstrittene Schuldenerlass der Europartner bleibe unerlässlich. Obstfeld warnte vor einem Rückfall in nationale Denkmuster. "Es gibt in ganz Europa einen Trend, wirtschaftliche Integration abzulehnen und nach nationalen Lösungen zu suchen." Dabei sei gerade jetzt nicht weniger, sondern mehr Kooperation erforderlich.

Vor allem der Wiederaufbau der Grenzzäunen in Europa beunruhigt Obstfeld. Diese Politik wirke "der Idee der Währungsunion diametral entgegen". Europa müsse vielmehr "einen Weg finden, die Lasten der humanitären Katastrophe durch die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge zu teilen".

Bei der Überwindung der Eurokrise müssten die Europäer weitere Anstrengungen unternehmen. Dazu gehöre die Schaffung einer europäischen Einlagensicherung, ein Vorschlag, der vor allem in Deutschland auf Ablehnung stößt. Obstfeld bemängelte, dass die Zentralbanken bei ihrem Versuch, die Wirtschaft zu beleben, weitgehend auf sich allein gestellt seien: "Es gibt keine fiskalpolitische Unterstützung, und auch Strukturreformen bleiben hinter den Ankündigungen zurück."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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