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EU-Kommissar Hahn wirbt für zügige EU-Erweiterung auf dem Balkan

Archivmeldung vom 29.04.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.04.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Eine alternative Abgrenzung des Balkans bildet die Triest-Odessa-Linie.
Eine alternative Abgrenzung des Balkans bildet die Triest-Odessa-Linie.

Foto: Made in Yugoslavia aus der deutschsprachigen Wikipedia
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn befürwortet eine zügige Aufnahme der Balkanländer in die Union. "Ich werde nicht müde, für eine EU-Erweiterung zu werben. Es geht nicht nur um die Menschen in Südosteuropa, es geht auch um unsere ureigensten Interessen.

Entweder wir exportieren Stabilität oder wir importieren Instabilität", sagte Hahn dem "Handelsblatt". Die Balkanländer seien Nachbarn der EU. "Ihre politische und wirtschaftliche Situation kann und darf uns nicht egal sein." Der langjährige EU-Kommissar plädierte für eine sukzessive Aufnahme der Länder des Westbalkans in die EU. "Wer als Land schneller in seiner Annäherung zur EU vorankommt, soll nicht darunter leiden müssen, dass andere Staaten langsamer sind. Wettbewerb auch unter Staaten ist gut und spornt an", sagte Hahn. Am Montag treffen in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron mit den Balkan-Ländern zusammen. Serbien, Montenegro, Nord-Mazedonien, Kosovo, Albanien und Bosnien-Herzegowina wollen in die EU. Mit Serbien und Montenegro werden bereits Beitrittsverhandlungen geführt.

"Im neuen Beitrittsvertrag wird auch künftig festgelegt, dass das neue EU-Land über kein Veto bei der Aufnahme weiterer Mitglieder auf dem Balkan verfügt", sagte Hahn dem "Handelsblatt". Serbien erkennt sein Nachbarland Kosovo bislang nicht als Staat an. Hahn appelliert an die deutsche Wirtschaft, verstärkt in die südosteuropäische Nicht-EU-Länder mit 18 Millionen Einwohnern trotz ungelöster Probleme wie Rechtssicherheit und Korruption zu investieren. "Ein EU-Beitrittsprozess ist ein positives Signal für Investoren. Mit der Eröffnung der ersten Kapitel in Serbien haben wir festgestellt, dass sprunghaft mehr ausländische Firmen in das Land gekommen sind. Jede neue Markterschließung sichert auch die Arbeitsplätze bei uns zu Hause. Wenn ich die Jugendarbeitslosigkeit in der Region reduziere, verringere ich auch das Risiko, dass radikale und gar terroristische Elemente Anhänger rekrutieren können", sagte der EU-Kommissar.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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