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Sachsen-Anhalt: Verfassungsschutz warnt vor chinesischen Spionen in Wissenschaft und Wirtschaft

Archivmeldung vom 24.04.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.04.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bundesamtes für Verfassungsschutz (Inlandsgeheimdienst)
Bundesamtes für Verfassungsschutz (Inlandsgeheimdienst)

Chinesische Geheimdienste versuchen offenbar, Politiker, Wissenschaftler und Beamte in Sachsen-Anhalt abzuschöpfen. Davor warnt Sachsen-Anhalts Verfassungsschutz in seinem neuen Jahresbericht, der am Dienstag vorgestellt wird. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung. Im Fokus der Spione steht dem Blatt zufolge die internationale Internetplattform LinkedIn, die elf Millionen deutschsprachige Nutzer zur Pflege ihrer Berufskontakte nutzen.

In dem Bericht warnt der Verfassungsschutz eindringlich vor Kontaktversuchen durch fremde Dienste: Auch Personen aus Sachsen-Anhalt seien 2017 betroffen gewesen. Deren Zahl lässt der Geheimdienst allerdings offen. Den chinesischen Spionen gehe es häufig um sensible Daten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik: Sie bitten um Expertise und kleine Ausarbeitungen, "die sodann großzügig abgegolten werden". Dabei bleibe es nicht. "Daraufhin können Einladungen auf Kosten der Volksrepublik China erfolgen, wo eine nachrichtendienstliche Ansprache durchgeführt wird." Mit Vorliebe würden Spione derzeit fingierte LinkedIn-Identitäten verwenden, sich als Geschäftsleute ausgeben. Genutzt würden "frei erfundene Personen mit anglisierten Vornamen" und "Fotos chinesischer oder vietnamesischer Schauspieler". LinkedIn ist eine Art Karriere-Facebook, damit lassen sich berufliche Kontakte knüpfen und pflegen. Der Verfassungsschutz rät allen Nutzern, kritisch mit neuen Kontakten umzugehen - und bei Zweifeln die Spionageabwehr zu verständigen.

SPD und Grüne forderten für die Abwehr solcher Spionagefälle eine zentrale Zuständigkeit beim Bund. "Eine Hundert-Mann-Behörde im Land kann nicht gegen den russischen oder chinesischen Geheimdienst ankommen", sagte Rüdiger Erben (SPD) der Zeitung mit Blick auf die überschaubaren Ressourcen des Geheimdienstes in Sachsen-Anhalt.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung (ots)

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