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Buzzfeed-Recherche deckt weltweit Misshandlungen durch WWF-finanzierte Wildhüter auf

Archivmeldung vom 06.03.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.03.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: © Survival
Bild: © Survival

Eine umfangreiche Recherche der Nachrichtenseite Buzzfeed hat heute das schockierende Ausmaß von gewaltsamen Misshandlungen durch Wildhüter offenbart, die vom World Wildlife Fund (WWF) finanziert werden.

Der Bericht „WWF’s Secret War“ belegt, dass die „geliebte gemeinnützige Organisation mit dem knuddeligen Panda-Logo direkt mit paramilitärischen Kräften zusammenarbeitet, die beschuldigt wurden, viele Menschen geschlagen, gefoltert, sexuell angegriffen und ermordet zu haben, sowie diese zu finanzieren und auszurüsten.“

Interne WWF-Dokumente, die Buzzfeed vorliegen, zeigen, dass der WWF wiederholt versucht hat die Vorfälle zu verschleiern und sogar in Waffenkäufe verwickelt war.

Buzzfeed zeigt auch, dass der WWF „wie ein globaler Spymaster gearbeitet hat, der gefährliche und geheime Netzwerke von Informanten organisiert, finanziert und betreibt, die von ‚Angst‘ und ‚Rache‘ motiviert sind – auch innerhalb indigener Gemeinden –, um Mitarbeiter von Schutzgebieten mit Informationen zu versorgen – und gleichzeitig öffentlich die Arbeit mit Informanten abstreitet“.

Das Buzzfeed-Team hat Gewalt in großem Stil in Asien und Afrika aufgedeckt, die sich gegen indigene Völker richtete, deren Land für vom WWF unterstützte Nationalparks und Tigerreservate geraubt wurde.

Der WWF hat es immer wieder versäumt, das Problem anzugehen, und sich geweigert, seine Finanzierung auszusetzen oder die große Zahl der Beschwerden von Opfern angemessen zu untersuchen.

Im Jahr 2017 wurde Survival International eine interne WWF-E-Mail zugespielt, die zeigte, dass die Naturschutzorganisation den Tod eines jungen Mädchens sowie eines älteren Mannes als ein Problem für die „Schadensbegrenzung“ sah und nicht als ein zu untersuchendes Verbrechen.

Der Direktor von Survival International, Stephen Corry, sagte heute: „Das ist der Skandal, den der WWF seit Jahrzehnten vertuscht. Das Geld seiner Unterstützer*innen finanziert gewalttätige Wildhüter, die Angehörige indigener Völker ungestraft angreifen, foltern und sogar töten.“

„Macht der WWF nach diesen wirklich schockierenden Enthüllungen weiter ‚Business as usual‘ oder wird er das Problem endlich angehen? Sein Name und sein Logo sind für viele Indigene gleichbedeutend mit Gewalt, Verfolgung und Angst. Der WWF hat dies seit Jahren vor seinen Unterstützer*innen verborgen, aber jetzt ist die Wahrheit bekannt.“

„Der WWF muss jetzt Pläne zur Schaffung des geplanten Nationalparks Messok Dja
in der Republik Kongo aufgeben, den er vorantreibt, obwohl die dort lebenden Baka sich dem Vorhaben entschlossen widersetzen.“

„Auch die Art und Weise, wie große Naturschutzorganisationen auf der ganzen Welt arbeiten, muss sich ändern. Wenn nicht, ist der Naturschutz selbst zum Scheitern verurteilt.“

Quelle: Survival International

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