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Russischer Oppositionspolitiker Wladimir Ryschkow: "Putins Regime wird sich langfristig nur schwer halten können"

Archivmeldung vom 02.01.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.01.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Wladimir Ryschkow
Wladimir Ryschkow

Foto: Maiakinfo
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der führende russische Oppositionspolitiker Wladimir Ryschkow sagt seinem Heimatland und dessen Präsidenten Wladimir Putin eine düstere Zukunft voraus. "Der Rubel wird dieses Jahr noch stärker an Wert verlieren. Für Putins Regime ist das eine ernsthafte Bedrohung", sagt Ryschkow in einem Interview mit dem stern.

Die Schuld daran sei ganz allein beim Kreml zu suchen, denn mit Wirtschaftssanktionen des Westens sei nach der Krim-Annexion zu rechnen gewesen. Ryschkow: "Die gesamte Bevölkerung Russlands zahlt jetzt für die Krim.

Auch für die enormen Ausgaben für den Krieg im Osten der Ukraine müssten die Russen teuer bezahlen. Jetzt zeige sich besonders drastisch die Abhängigkeit Russlands vom Geschäft mit dem Öl. Die Privatwirtschaft funktioniere kaum, ebenso wenig die Industrie. "Das liegt auch am System: In Russland fehlt es an Rechtssicherheit, Eigentum ist nicht geschützt, Korruption wuchert, Bürokratie und Steuern ersticken jede Initiative. Reformen wurden verschoben", sagt Ryschkow dem stern. "Putin hat auf staatlichen Kapitalismus gesetzt, auf staatliche Monopole. Die großen Staatskonzerne werden von seinen Freunden geleitet, einer kleinen Kreml-Clique. ... Diese Unternehmen sind dabei stark verschuldet."

Ryschkow rechnet damit, dass die Zustimmung für Putin rapide sinken wird. "Wenn die Probleme größer werden, Preise um 40 Prozent steigen, dann lässt sich das nicht mehr durch Patriotismus oder Kriege auffangen", sagt er und prognostiziert: "Es wird mehr Arme geben." Langfristig würde Putin "sein Regime nur schwer halten können. Es wird Auseinandersetzungen innerhalb des Kremls geben, das passiert heute schon."

Quelle: Gruner+Jahr, stern (ots)

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