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Der frühere Generalinspekteur Harald Kujat zum Vormarsch der Taliban im nordafghanischen Kundus: "Verlängerung der Ausbildungsmission beseitigt die Defizite nicht"

Archivmeldung vom 30.09.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.09.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: ResoluteSupportMedia, on Flickr CC BY-SA 2.0
Bild: ResoluteSupportMedia, on Flickr CC BY-SA 2.0

Der frühere Generalinspekteur Harald Kujat hält eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan über 2016 hinaus für wenig erfolgversprechend. "Die militärische Bedeutung der Ausbildungsmission ist gering - ihre Verlängerung würde die afghanischen Streitkräfte nicht in einem Maße verbessern, dass sie dem Ansturm der Taliban gewachsen wären", sagte er im Interview der "Stuttgarter Zeitung". Schon im Irak habe die Nato über viele Jahre eine intensive Ausbildungsmission betrieben. "Das Ergebnis sieht man heute", sagte Kujat. Die Defizite der Streitkräfte würden dadurch nicht beseitigt.

Die Ausbildung solle die Afghanen mit einer hohen Zahl an Soldaten in die Lage versetzen, ihre eigene Sicherheit zu garantieren. "Aber die Zahlen sind nicht entscheidend, sondern die militärische Professionalität, die Kampfkraft, die Zuverlässigkeit, die Loyalität und der Zusammenhalt der Soldaten", sagte Kujat. "Was wir als Kampfmoral bezeichnen, ist ein Riesenmanko in den afghanischen Streitkräften." Selbst wenn die Situation in Kundus durch eine Gegenoffensive noch einmal bereinigt werden sollte, was schwer genug sei bei einer Stadt mit 300.000 Einwohnern, "wird sich die Situation auf lange Sicht sicherlich nicht zum Besseren wenden". ielmehr "werden auch die Risiken für unsere Soldaten in der Ausbildungsmission immer größer", warnte Kujat gegenüber der "Stuttgarter Zeitung".

Quelle: Stuttgarter Zeitung (ots)

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