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EU-Wirtschaftsklima zu Beginn der deutschen Ratspräsidentschaft: Erholung nach Einbruch im April

Archivmeldung vom 03.07.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.07.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Statistisches Bundesamt
Statistisches Bundesamt

Bild: Eigenes Werk /OTT

In der Europäischen Union (EU) ist der Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung im Juni 2020 gegenüber dem Vormonat um 8,1 Punkte auf 74,8 Punkte gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zu Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft meldet, sank der Indikator im April 2020 im Zuge der Corona-Pandemie um 30,8 auf 63,8 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1985.

Nach ersten Lockerungen im Mai stieg der Index leicht um 2,9 auf 66,7 Punkte. Der Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung wird im Auftrag der EU-Kommission durch eine EU-weite Befragung erhoben und ist auf ein langfristiges Mittel von 100 skaliert. Werte über 100 deuten auf ein überdurchschnittlich gutes wirtschaftliches Klima hin und umgekehrt.

Fünf unterschiedlich gewichtete Vertrauensindikatoren bilden dabei den Gesamtindikator. Sie werden in der Industrie (Gewichtung: 40 %), der Dienstleistungsbranche (30 %), bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern (20 %), im Einzelhandel (5 %) und im Baugewerbe (5 %) erhoben. EU-weit war der Vertrauensindikator in allen fünf Bereichen im April 2020 drastisch eingebrochen. Die Erholung im Juni basiert insbesondere auf einem deutlich gestiegenen Vertrauen in der Industrie, dem Einzelhandel und dem Dienstleistungssektor.

In Deutschland stieg der Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung im Juni 2020 um 6,6 auf 81,9 Punkte, nachdem er im April um knapp 20 Punkte eingebrochen war und sich im Mai leicht erholt hatte. Somit bleibt der Indikator noch weit unter dem Niveau vor der Pandemie. Im Jahr 2019 lag der Index durchgängig zwischen 98 und 108 Punkten.

Insgesamt verbesserte sich im Juni 2020 das Wirtschaftsklima in 25 der 27 EU-Staaten. Anstiege von mehr als 10 Punkten verzeichneten dabei Dänemark und die Slowakei (jeweils +12,6 Punkte) sowie Portugal (+11,1) und Polen (+10,7). Spanien und Italien, die zuletzt besonders stark von der Pandemie betroffen waren, verzeichneten jeweils ein Plus von 8,2 Punkten. Im Vereinigten Königreich, das Anfang 2020 aus der EU ausgetreten ist und hohe COVID-19-Fallzahlen aufweist, wurde eine Erholung von 61,7 auf 65,2 Punkte registriert.

Eine leichte Verschlechterung der wirtschaftlichen Einschätzung wurde lediglich in Griechenland (-0,9 Punkte) und Malta (-0,1 Punkte) gemessen. Methodische Hinweise

Der Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung wird von der Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen (GD ECFIN) der Europäischen Kommission veröffentlicht, die dafür regelmäßig harmonisierte Erhebungen in allen Mitgliedstaaten in Auftrag gibt. Jeden Monat werden EU-weit dafür etwa 135 000 Unternehmen und 32 000 Verbraucherinnen und Verbraucher zu ihren Erwartungen und Beurteilungen befragt. Aufgrund der erschwerten Bedingungen im Zuge der COVID-19-Pandemie sind die Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit der Daten ab März 2020 leicht eingeschränkt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)

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