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Ecuador: Präsident attackiert Journalist einer unabhängigen Zeitung

Archivmeldung vom 18.07.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.07.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Flagge Ecuadors
Flagge Ecuadors

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Attacken des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa gegen den Journalisten Gustavo Cortez. In seinen wöchentlichen Ansprachen, die landesweit im Radio und im Fernsehen ausgestrahlt wurden, hat Correa den Redakteur der Tageszeitung El Universo aus Guayaquil mehrmals beschimpft und das Volk gegen ihn aufgehetzt.

Jüngster Vorfall ist die Ansprache am 14. Juli. In einer Fernsehsendung verwies der Staatschef auf ein Foto von Cortez und forderte seine Anhänger auf, gegen den Redakteur vorzugehen (http://bit.ly/Ph0P2z). Die Attacken begannen bereits im Juni 2012. Am 16. Juni beschimpfte der Präsident in der Fernsehsendung Enlace Ciudadano Cortez als "bösen Mann" und als "Paradebeispiel für die schlechte Presse im Land" (http://bit.ly/LTPofZ). Derzeit überlegt der Journalist, juristische Maßnahmen gegen den Präsidenten einzuleiten.

Reporter ohne Grenzen sieht in der feindlichen Haltung des Staatschefs gegenüber privaten Medien und in seinen provokativen Attacken gegen Einzelpersonen eine wachsende Gefahr für die Pressefreiheit.

"Der Präsident ist verpflichtet, für Ordnung und Frieden im Land zu sorgen. Stattdessen brandmarkt er in aller Öffentlichkeit unabhängige Journalisten als 'Feinde der Nation' und setzt sie damit großen Gefahren aus. Reporter ohne Grenzen fordert den Präsidenten auf, die Attacken zu unterlassen und sich für die Sicherheit der Journalisten und ihren Familien einzusetzen."

Es ist nicht das erste Mal, dass der Staatschef gegen Mitarbeiter der unabhängigen Tageszeitung El Universo vorgeht. Im März 2011 reichte Correa eine Verleumdungsklage gegen den Kolumnisten der Zeitung Emilio Palacio ein. Im Februar 2012 gab ein Gericht dem Präsidenten Recht und verurteilte El Universo zu 40 Millionen Dollar Strafe sowie Palacio und drei Redakteure des Blattes zu drei Jahren Gefängnis. Kurz danach ließ der Präsident seine Vorwürfe fallen (http://bit.ly/zXZq41).

In der Rangliste der Pressefreiheit ist Ecuador auf Platz 104 von 179. Reporter Ohne Grenzen kritisierte mehrmals das rigorose Vorgehen der Regierung gegen kritische und unabhängige Medien. So wurden seit Anfang des Jahres 17 Rundfunksender eingestellt, angeblich aufgrund nicht bezahlter Lizenzgebühren.

Quelle: Reporter ohne Grenzen e.V. (ots)

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